May 22, 2019 / 5:26 AM / 4 months ago

US-Firmen - China baut im Handelsstreit neue Hürden auf

U.S. and Chinese flags are seen in front of a U.S. dollar banknote featuring American founding father Benjamin Franklin and a China's yuan banknote featuring late Chinese chairman Mao Zedong in this illustration picture taken May 20, 2019. Picture taken May 20, 2019. REUTERS/Jason Lee/Illustration

Washington/Peking (Reuters) - US-Unternehmen beklagen sich über Vergeltungsmaßnahmen Chinas angesichts des verschärften Handelsstreits zwischen Washington und Peking.

Knapp die Hälfte der befragten rund 250 Firmen klagten neben Strafzöllen über zusätzliche Hürden wie staatliche Inspektionen, langsamere Zollabfertigungen oder verzögerte Genehmigung von Lizenzen, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage der American Chamber of Commerce of China und ihrer Schwesterorganisation in Shanghai ergab. Sie wurde nach der jüngsten Eskalation in dem Konflikt Anfang Mai erhoben, bei der beide Seiten erneut höhe Zölle beschlossen. Drei Viertel der Firmen sehen dadurch ihre Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt.

Als Konsequenz daraus haben 41 Prozent der Unternehmen eine Verlagerung ihrer Produktion in andere Länder erwogen oder bereits vollzogen. Ein Drittel der US-Firmen verlegen sich darauf, in China vor allem für die dortigen Kunden zu produzieren und nicht für den Export. Ebenfalls jeder dritte Betrieb erwägt, Investitionen zurückzuhalten oder ganz darauf zu verzichten.

Die Regierung in Peking ist nach Angaben des chinesischen Botschafters in den USA, Cui Tiankai, zu weiteren Gesprächen bereit. “Unsere Tür ist immer noch offen”, sagte er dem Sender Fox News. Er warf den USA vor, in den Gesprächen zur Beilegung des Konfliktes mehrfach die Position “über Nacht” geändert zu haben. Nach dem Ende der jüngsten Runde am 10. Mai wurden keine weiteren Gespräche in dem Handelsstreit vereinbart.

Der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer will am Donnerstag mit Vertretern der Europäischen Union und Japan über eine gemeinsame Haltung gegenüber anderen Ländern sprechen. Dabei dürfte es vor allem um chinesische Subventionen gehen, die teil des US-Vorwurfs unfairer Handelspraktiken sind. Die Gespräche sollten am Rande des Treffens der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) stattfinden, teilte Lighthizers Büro mit.

Der Zollstreit zwischen China und den USA hatte sich vor wenigen Tagen zugespitzt, als Trump neue Zölle auf chinesische Importe im Volumen von 200 Milliarden Dollar verhängte - und China mit höheren Abgaben für US-Produkte konterte. US-Präsident Donald Trump hat inzwischen eine neue Keule ausgepackt: Er rief für den Telekommunikationssektor den Nationalen Notstand aus und setzte den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei auf eine schwarze Liste. Damit ist es US-Firmen untersagt, ohne Genehmigung der Regierung Geschäfte mit dem Smartphone-Hersteller zu tätigen. Medienberichten zufolge könnte mit Hikvision, einem Spezialisten für Video-Überwachsungssysteme, ein weiteres Unternehmen aus China auf der schwarzen Liste landen. Ein Sprecher des Außenministeriums in Peking forderte die USA auf, für faire Wettbewerbsbedingungen zu sorgen.

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