May 6, 2019 / 5:50 AM / 21 days ago

China vor Abbruch der Handelsgespräche mit USA - Märkte unter Druck

Chinese Vice Premier Liu He, right, shows the way to U.S. Treasury Secretary Steven Mnuchin as they proceed to their meeting at the Diaoyutai State Guesthouse in Beijing, Wednesday, May 1, 2019. Andy Wong/Pool via REUTERS

Washington (Reuters) - China erwägt wegen der von Präsident Donald Trump angekündigten neuen Strafzölle den Abbruch der Handelsgespräche mit den USA.

Die eigentlich für diese Woche geplante Reise von Vize-Ministerpräsident und Verhandlungsführer Liu He nach Washington sei nun “sehr unwahrscheinlich”, schrieb der Chefredakteur der von der herrschenden Kommunistischen Partei herausgegebenen “Global Times” am Montag. Trumps Verhalten habe die chinesische Seite überrascht, die nicht unter Drohungen weiterverhandeln wolle, berichtete das “Wall Street Journal” unter Berufung auf Insider. Auch nach Informationen des Senders CNBC werde Liu daher die mit einer 100-köpfigen Delegation geplanten Reise voraussichtlich abblasen. Die US-Regierung hat bislang noch keine Kenntnis einer Absage, sagten Vertreter der Nachrichtenagentur Reuters.

Trump hatte zuvor in einem abrupten Kurswechsel den Druck auf China erhöht. Der Präsident kündigte am Sonntag an, kommenden Freitag würden die Importzölle für bestimmte chinesische Produkte auf 25 Prozent erhöht. Dies soll einen Warenwert von 200 Milliarden Dollar betreffen. Auch andere Waren würden mit zusätzlichen Importabgaben belegt. Trumps Wendung in den Verhandlungen kommt überraschend. Erst am Freitag hatte er erklärt, die Handelsgespräche würden “ziemlich gut” laufen. Zudem hatte sein Stabschef betont, der Handelskonflikt werde in den kommenden zwei Wochen beigelegt. “Der Handelsgespräche mit China gehen weiter, aber zu langsam, da sie versuchen, neu zu verhandeln. Nein!”, twitterte Trump nun.

“MIT DEM VORSCHLAGHAMMER AUF DIE WALNUSS”

An den Börsen sorgte die erneute Zuspitzung des Handelskonflikts für Unruhe. “Trump hat den sprichwörtlichen Vorschlaghammer auf die Walnuss gehauen”, sagte Analyst Jeffrey Halley vom Finanzhaus Oanda in Singapur. Die Ölpreise fielen zu Wochenbeginn um mehr als zwei Prozent, während die chinesische Landeswährung Yuan um ein Prozent zum Dollar abwertete. Die Futures für den US-Börsenindex S&P500 gaben um fast zwei Prozent nach. Das wichtigste chinesische Börsenbarometer CSI300 eröffnete 3,5 Prozent schwächer, während der Shanghai-Composite-Index 3,0 Prozent verlor. In Hongkong fiel der Hang-Seng-Index um 2,5 Prozent.

Experten halten es für möglich, dass beide Seiten an den Verhandlungstisch zurückkehren. “Peking könnte bereit sein, sich zu entfernen, wenn die USA Verhandlungstaktiken anwenden, mit denen sie nicht einverstanden sind”, sagte der für den Asien-Pazifik-Raum zuständige Marktstratege bei J.P. Morgan Asset Management, Tai Hui. “Allerdings haben beide Seiten viel Zeit und Ressourcen investiert, um so weit zu kommen. Sie werden wahrscheinlich die in den letzten Monaten erzielten Fortschritte erhalten wollen.”

Trump schadet nach Einschätzung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) mit den angekündigten neuen Schutzzöllen gegen China den eigenen Verbrauchern. “Nach unseren Berechnungen hat der US-Präsident die für eine Verzollung vorteilhaftesten Güter als Erste belastet”, sagte IfW-Präsident Gabriel Felbermayr der “Welt” (Montagausgabe). “Wenn er nun seine Strafzölle auf die restlichen importierten Produkte ausdehnt, dann trifft er zwangsläufig Güter, bei denen das Kosten-Nutzen-Verhältnis für die US-Wirtschaft besonders schlecht ist.” Während die amerikanischen Produzenten tendenziell von den Zöllen profitierten, “werden die Verbraucher belastet, teils erheblich”.

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