August 21, 2019 / 5:20 AM / a month ago

Trump will Dänen nicht besuchen, weil Grönland unverkäuflich ist

Washington/Kopenhagen (Reuters) - US-Präsident Donald Trump hat seinen Staatsbesuch in Dänemark abgesagt, weil die Regierung in Dänemark mit ihm nicht über einen Verkauf Grönlands verhandeln will.

FILE PHOTO: Snow covered mountains rise above the harbour and town of Tasiilaq, Greenland, June 15, 2018. REUTERS/Lucas Jackson/File Photo

“Dänemark ist ein sehr besonderes Land mit unglaublichen Menschen, aber auf Basis der Äußerungen von Ministerpräsidentin Mette Frederiksen, wonach sie kein Interesse an einem Verkauf Grönlands hat, werde ich mein geplantes Treffen verschieben”, twitterte Trump am Dienstag.

In Dänemark sorgte die Entwicklung für Empörung. “Der Mann ist unberechenbar”, sagte etwa Morten Ostergaard, Chef der sozialliberalen Partei. “Das zeigt, dass wir mehr denn je die EU-Länder als unsere engsten Partner ansehen müssen.” Sören Espersen von der Dänischen Volkspartei (DPP) sagte der Agentur Ritzau, die Absage sei eine Beleidigung Königin Margrethes. Die Königin als Staatsoberhaupt hatte Trump und dessen Ehefrau Melania im Juli formell für Anfang September eingeladen. Dabei sollte Trump auch Grönlands Regierungschef Kim Kielsen treffen. Manche Dänen wie Ex-Regierungschef Lars Lokke Rasmussen hatten zunächst geäußert, das vergangenen Woche erstmals kolportierte Interesse Trumps an Grönland müsse ein “Aprilscherz” sein.

Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow sagte zuletzt, der Präsident kenne sich mit dem Kauf von Liegenschaften aus. Dänemark sei ein US-Partner, Grönland ein strategisch wichtiger Ort, “und sie haben eine Menge wertvoller Mineralien”. Trump selbst sagte vor Journalisten, sein Interesse an Grönland sei “strategisch”. Es stehe aber nicht ganz oben auf seiner Agenda.

“HOFFENTLICH NICHT ERNST GEMEINT”

Ministerpräsidentin Frederiksen hatte die Avancen aber während eines Besuchs auf der Insel zurückgewiesen. “Ich hoffe wirklich, dass das nicht ernst gemeint ist”, sagte sie am Sonntag. “Grönland ist nicht dänisch. Grönland gehört zu Grönland.” Trump twitterte dazu nun: “Frederiksen hat den USA und Dänemark mit ihren klaren Worten viel Geld und Mühen erspart.” Er danke ihr dafür und freue sich “auf einen neuen Termin irgendwann in der Zukunft”.

Die Wogen über Trumps Vorschlag waren schon zuvor hochgekocht. “Wenn er das (den Kauf) wirklich in Betracht zieht, dann ist das der letzte Beweis, dass er verrückt geworden ist”, hatte etwa Sören Espersen von der Dänischen Volkspartei gesagt. “Der Gedanke, dass Dänemark 50.000 Bürger an die Vereinigten Staaten verkauft, ist völlig lächerlich.” Ex-Außenminister Martin Lidegaard hatte von einem “grotesken Vorschlag” gesprochen. “Wir sprechen hier von echten Menschen, und man kann Grönland nicht einfach wie eine alte Kolonialmacht verkaufen.”

1917 hatte Dänemark die damals dänischen Westindischen Inseln für 25 Millionen Dollar an die USA abgegeben, die sie in United States Virgin Islands umbenannten. Auch das US-Interesse an Grönland ist nicht neu: 1946 hatte der damalige US-Präsident Harry Truman einen Kauf für 100 Millionen Dollar angeregt.

Grönland zieht aufgrund seiner strategischen Lage und seiner Bodenschätze seit langem die Aufmerksamkeit etwa auch Chinas und Russlands auf sich. Die USA betreiben in Grönland seit den 1950er Jahren einen Militärflugplatz. Die zwischen Nordatlantik und Nordpolarmeer gelegene Insel ist überwiegend von Eis bedeckt. Mit rund 2,16 Millionen Quadratkilometern ist sie sechsmal so groß wie Deutschland. Sie hat den Status eines autonomen Territoriums von Dänemark.

Die Sorge vor einem Wettrüsten in der Arktis ruft auch die Bundesregierung auf den Plan. Sie will sich verstärkt in der Region verstärkt engagieren. Dazu beschloss das Kabinett neue Leitlinien für eine deutsche Arktispolitik.

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