January 22, 2020 / 3:00 PM / 4 months ago

Siemens-Chef wirbt bei Trump für Debatte um Klimawandel

Siemens CEO Joe Kaeser attends a news conference ahead of the company's annual shareholders meeting in Munich, Germany, January 30, 2019. REUTERS/Michael Dalder

Davos/Berlin (Reuters) - Siemens-Chef Joe Kaeser hat US-Präsident Donald Trump in Davos zu einem Dialog mit jungen Klimaschützern aufgefordert.

Er habe beim Abendessen einiger Firmenchefs mit Trump am Dienstagabend in Davos eine Anerkennung, eine Bitte und einen Wunsch vorgebracht, sagte Kaeser der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. “Der Wunsch war, dass wir alle zusammen den Klimawandel ernst nehmen und die kritischen Stimmen der Jugend hören”, sagte der Siemens-Chef, der sich selbst mit der Friday-for-Future-Aktivistin Luisa Neubauer getroffen hat. Er habe beim US-Präsidenten für einen Austausch mit den Klimaschützern geworben. “Wir müssen sie an einen Tisch bringen und sie bei den Lösungen einbinden”, habe er Trump gesagt. Der US-Präsident soll darauf eher reserviert reagiert haben, seine Tochter Ivanka und andere Konzernchefs positiv. Unter Trump sind die USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen ausgeschieden.

Der Siemens-Chef war nach dem Treffen mit Neubauer selbst in die Kritik geraten: auf der einen Seite, weil er der Aktivistin einen Aufsichtsratsposten bei Siemens Energy anbot, den sie ablehnte. Auf der anderen Seite hielt er trotz Kritik an einem Auftrag für eine umstrittene Kohlemine in Australien fest und löste damit Proteste von Klimaaktivisten aus.

Trump trifft bei seinen Besuchen beim Weltwirtschaftsforum in Davos jedes Jahr auch Vorstandschefs internationaler Konzerne. Kaeser bat Trump nach eigenen Angaben auch um eine Gleichbehandlung deutscher Firmen in den USA bei Aufträgen in Drittstaaten. “Die Bitte war, dass in den USA tätige deutsche Unternehmen beim Wiederaufbau von Ländern wie beispielsweise dem Irak genauso behandelt werden wie amerikanische Firmen, wenn sie aus den USA liefern und damit dort Jobs schaffen oder sichern”, sagte der Siemens-Chef. Hintergrund sind laufende Ausschreibungen und Förderentscheidungen für Infrastrukturprojekte im Irak. Siemens produziert in den USA etwa Turbinen und beschäftigt dort 50.000 Menschen.

“Die Anerkennung galt der wirtschaftspolitischen Bilanz des Präsidenten in den USA selbst mit den positiven Zahlen etwa für Wachstum und Beschäftigung”, sagte Kaeser weiter. Der Siemens-Chef war im vergangenen Jahr nach einem Treffen in Davos dafür kritisiert worden, dass er Trump zu sehr gelobt habe.

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