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Weltnachrichten

Empörung über mutmaßlichen US-Polizeiübergriff auf deutschen Journalisten

The logo of German international broadcaster Deutsche Welle is pictured in Berlin, Germany, January 30, 2020. Picture taken January 30, 2020. REUTERS/Annegret Hilse

Berlin (Reuters) - Ein Polizeieinsatz bei einer der jüngsten Demonstrationen in den USA führt zu diplomatischen Spannungen mit Deutschland.

Auslöser ist ein Vorfall in Minneapolis, bei dem mutmaßlich ein Gummimantelgeschoss auf ein Fernsehteam der Deutschen Welle abgefeuert wurde. Der Sender machte die Polizei dafür verantwortlich. Bundesaußenminister Heiko Maas pochte am Dienstag auf Aufklärung durch die US-Behörden. “Jede Gewaltausübung, die es in diesem Zusammenhang gibt, muss nicht nur kritisiert werden, sondern sie muss vor allen Dingen konsequent verfolgt und aufgeklärt werden, damit Journalistinnen und Journalisten bei ihrer Arbeit auch effektiv geschützt werden”, betonte er.

Der Außenexperte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jürgen Hardt, sprach von einem “Übergriff auf Journalisten, auch durch Teile der Polizei”. Journalisten der Deutschen Welle seien wiederholt Opfer solcher Übergriffe gewesen. “Dies verurteilen wir scharf”, unterstrich der CDU-Politiker.

Auf Bildmaterial der Deutschen Welle ist zu sehen, wie ihr Reporter Stefan Simons während einer Schalte in Minneapolis von einem Knall unterbrochen wird. Nach Angaben des Senders feuerte die Polizei offenbar ein Gummimantelgeschoss auf Simons ab, das diesen aber verfehlte. Ein Team der Nachrichtenagentur Reuters wurde in Minneapolis durch solche Geschosse verletzt.

Maas nahm friedliche Demonstranten in Schutz, die gegen den Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz protestieren. Floyd sei auf grauenhafte und schockierende Weise das Leben genommen worden und der friedliche Protest deshalb verständlich und mehr als legitim. Der 46-jährige starb, nachdem ein weißer Polizist bei einem Einsatz am 25. Mai in Minneapolis fast neun Minuten lang auf seinem Hals gekniet hatte. Deshalb kommt es seit Tagen in vielen US-Städten zu Demonstrationen und teils auch Gewalt. US-Präsident Donald Trump hat von den Bundesstaaten ein schärferes Vorgehen gefordert und gedroht, das Militär zu schicken.

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