September 7, 2018 / 2:52 PM / 11 days ago

USA schicken trotz Trumps Nato-Kritik mehr Truppen nach Deutschland

Berlin (Reuters) - Die USA stocken ihre Truppen in Deutschland trotz der Kritik von US-Präsident Donald Trump an der Nato auf.

U.S. tanks, trucks and other military equipment, which arrived by ship, are unloaded in the harbour of Bremerhaven, Germany January 8, 2017. REUTERS/Fabian Bimmer

Rund 1500 zusätzliche Soldaten des US-Heeres sollten bis 2020 vor allem im bayerischen Grafenwöhr stationiert werden, kündigten US-Botschafter Richard Grenell und das in Wiesbaden ansässige Kommando des amerikanischen Heeres in Europa am Freitag an. Der Schritt sei ein Zeichen der anhaltenden Verpflichtung der USA zur Nato und der Entschlossenheit, Europas Sicherheit zu verteidigen. “Die zusätzlichen Truppen in Europa erhöhen die Einsatzbereitschaft des US-Heeres in Europa und stellen sicher, dass wir besser auf jegliche Krise reagieren können”, erklärte das Militär. Derzeit leisten rund 33.000 US-Soldaten Dienst in Deutschland, Zehntausende weniger als noch zu Zeiten des Kalten Krieges. 

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen begrüßte die Ankündigung der USA. “Die US-Entscheidung, die militärische Präsenz bei uns in Deutschland zu verstärken, ist ein willkommenes Zeichen für die Vitalität der transatlantischen Beziehungen”, sagte sie: “Und sie ist auch ein Bekenntnis zur gemeinsamen Sicherheit.” In Grafenwöhr sollen nach Angaben des US-Militärs zusätzlich zwei mit Raketenwerfern ausgerüstete Bataillone mitsamt Unterstützungskräften stationiert werden. In Ansbach werde ein Bataillon zur Flugabwehr angesiedelt. Ein Bataillon umfasst etwa 500 Soldaten. Der Aufbau der neuen Einheiten in Deutschland soll 2020 abgeschlossen sein.

Der Schritt der USA dämpft Befürchtungen, das Land könnte sich unter Trump von Europa und den Nato-Verbündeten abwenden. Erst beim Nato-Gipfel im Juli hatte Trump mit einem Austritt aus dem Bündnis gedroht, falls die Partner ihre Wehretats nicht rasch und drastisch aufstockten. Auch die Beistandspflicht im Falle eines Angriffs auf einen Alliierten stellt der Präsident immer wieder infrage. Vor dem Nato-Gipfel war befürchtet worden, Trump könnte als Konsequenz aus seiner Kritik an der Nato Truppen aus Europa abziehen oder Manöver absagen. Dies geschah jedoch nicht. Unter Trump haben die USA die Zahl ihrer Soldaten in Europa und ihre Investitionen in die Verteidigung der Nato-Verbündeten trotz der harschen Worte des Präsidenten erhöht.

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