June 22, 2018 / 5:27 AM / 5 months ago

Trump ordnet Zusammenführung getrennter Migranten-Familien an

Migrant families from Mexico, fleeing from violence, listen to officers of the U.S. Customs and Border Protection before entering the United States to apply for asylum at Paso del Norte international border crossing bridge in Ciudad Juarez, Mexico June 20, 2018. REUTERS/Jose Luis Gonzalez TPX IMAGES OF THE DAY

Washington/McAllen (Reuters) - US-Präsident Donald Trump hat nach seinem Einlenken im Streit über die Einwanderungspolitik zugesagt, voneinander getrennte Eltern und ihre Kinder wieder zusammenzuführen.

Er werde die Behörden anweisen, sich darum zu kümmern, sagte Trump am Donnerstag während einer Kabinettssitzung im Weißen Haus. Das Justizministerium beantragte bei einem Bundesgericht in Kalifornien, Kinder gemeinsam mit ihren Eltern in speziellen Einrichtungen festhalten zu dürfen.

Trump hatte zunächst argumentiert, nur der Kongress könne die Vorschriften für die Einwanderungspolitik ändern. Am Mittwoch dann vollzog er die Kehrtwende und unterzeichnete ein Dekret, wonach Eltern und Kinder während der Einwanderungsverfahren zusammenbleiben sollen. Allerdings bleibt es bei der sogenannten Null-Toleranz-Politik des Präsidenten. Sie sieht vor, jeden illegalen Übertritt der mexikanisch-amerikanischen Grenze strafrechtlich zu verfolgen. Auch ein Sprecher der Grenzschutzbehörde CBP erklärte, es werde für diese Einwanderer weiter Strafverfahren geben.

Trumps Frau Melania bemühte sich um Schadensbegrenzung und besuchte in McAllen im Bundesstaat Texas ein Auffanglager für Minderjährige, die von ihren Eltern bei der illegalen Einreise getrennt wurden. Dabei sprach sie mit Angestellten der Einrichtung. Melania Trump gehörte zu denjenigen, die den Umgang mit den Familien an der Grenze kritisiert haben. Auch international wurde Trump für die Praxis angegriffen.

Trotz der Ankündigung, alle illegal Eingewanderten zu belangen, gab es an der Grenze erste Anzeichen für eine lockerere Haltung. So sagte ein Einwanderungsanwalt, in McAllen habe ein Gericht 17 Verfahren gegen Eltern eingestellt, die illegal über die Grenze gekommen seien. Demnach gibt es allerdings keine Anzeichen, dass sie bald ihre Kinder wiedersehen können.

Die US-Behörden haben seit Anfang Mai über 2340 Kinder von ihren Eltern an der mexikanischen Grenze getrennt. Die Kinder werden in Auffanglagern untergebracht, während ihre Eltern festgenommen werden. Ärzte warnen davor, dass die Trennung zu lebenslangen Traumata führen kann.

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