August 24, 2011 / 5:48 AM / in 7 years

Schweres Erdbeben erschüttert Ostküste der USA

Uniformed U.S. Secret Service Police officers guard Pennsylvania Avenue in front of the White House that has been cleared of foot-traffic following a magnitude 5.9 earthquake that struck the U.S. East Coast on August 23, 2011. REUTERS/Hyungwon Kang

Washington (Reuters) - Die Ostküste der USA ist am Dienstag von einem schweren Erdbeben erschüttert worden.

Die Erdstöße waren von Nord- und Süd-Carolina über Washington, New York und Boston bis nach Kanada zu spüren. Verletzt wurde niemand. Größere Schäden blieben nach ersten Berichten aus. Tausende flüchteten erschrocken ins Freie. Das Epizentrum des Bebens mit Stärke 5,9 lag in Mineral im Bundesstaat Virginia. Dort schaltete sich ein Atomkraftwerk automatisch ab, nachdem die Stromversorgung unterbrochen wurde. Es war das stärkste Erdbeben in Virginia seit 1897.

Das Pentagon und Kapitol in der Haupstadt wurden vorübergehend evakuiert. In New York wurden Gerichtsgebäude, das Rathaus und die Tower der beiden Flughäfen John F. Kennedy und Newark geräumt. Der Flugverkehr wurde auch in Washington und Philadelphia kurzzeitig eingestellt, während Start- und Landebahnen sowie Kontrolltürme auf Schäden untersucht wurden. Wie auch bei der Bahn Amtrak ist im Tagesverlauf mit Verspätungen zu rechnen. Die Bauarbeiten am Ground Zero kamen zum Erliegen.

“Ich habe zuerst gedacht, jemand rüttelt an meinem Stuhl”, sagte die Senats-Angestellte Wendy Oscarson-Kirchner. “Dann habe ich gedacht, vielleicht ist es eine Bombe.” Die Restaurant-Angestellte Heather Kennaway in Boston verspürte wie viele andere ein flaues Gefühl in der Magengegend: “Ich fühlte mich schwindelig und dachte, ich sollte mehr Wasser trinken.”

Erdbeben dieser Stärke sind an der US-Ostküste extrem selten. Aufgrund der Bodengegebenheiten konnten sich die Erdstöße Experten zufolge weit ausbreiten. Da sich die Erschütterung in einer Tiefe von lediglich einem Kilometer ereignete, war sie besonders deutlich zu spüren. Auch die Gefahr für Schäden ist höher. Diese blieben aber nach ersten Erkenntnissen aus. An der Kathedrale in Washington - dem höchsten Gebäude der Stadt - brachen drei Spitzen des zentralen Turms ab.

Ein in Virginia gelegenes Atomkraftwerk schaltete sich automatisch ab, nachdem es nicht mehr mit Strom versorgt wurde. Notstromagregate sprangen jedoch sofort an und kühlen die beiden Reaktoren. Der Betreiber Dominion Resources konnte keine größeren Schäden an dem AKW feststellen. Auch für den Stromausfall gibt es noch keine Erklärung. Das AKW sollte solange abgestellt bleiben, bis sicher ist, dass gefahrlos wieder angefahren werden kann, sagte ein Sprecher. Der US-Atombehörde NRC zufolge haben zwölf weitere Mailer nach dem Beben “ungewöhnliche Vorkommnisse” - die niedrigste Stufe der Notfallskala - gemeldet. Alle liefen aber weiter.

Auch an der Wall Street war das Beben zu spüren, die Kurse gaben nur kurz und leicht Gewinne ab. Der Handel wurde nicht unterbrochen.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below