May 24, 2012 / 1:18 PM / 6 years ago

Insider - Nyse umwirbt Facebook nach Nasdaq-Problemen

San Francisco (Reuters) - Nach dem chaotischen Facebook-Börsengang an der Technologie-Börse Nasdaq umwirbt offenbar der Lokalrivale Nyse das weltgrößte soziale Online-Netzwerk.

Facebook prüfe ein Angebot für eine Notierung an der traditionsreichen New York Stock Exchange (Nyse), erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch von einer mit der Situation vertrauten Person. Zwischen beiden Seiten habe es Kontakt per Telefon und E-Mail gegeben. Einzelheiten zum Inhalt der Kommunikation wurden nicht genannt. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge will die Nyse den boomenden Internet-Treffpunkt vollständig von der Nasdaq abwerben. Die Nyse bestritt allerdings, solche Gesprächen mit Facebook geführt zu haben. Gespräche dieser Art wären zu diesem Zeitpunkt unangemessen, hieß es. Ein Facebook-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab, auch die Nasdaq äußerte sich zunächst nicht.

Der von technischen Pannen begleitete größte Börsengang eines Technologieunternehmens wird inzwischen von staatlicher Seite geprüft und ist auch Gegenstand zahlreicher Klagen. Gleich mehrere Aufsichtsbehörden und der Bankenausschuss des Senats nehmen die Vorgänge rund um die auch durch technische Pannen an der Nasdaq verpatzte Erstemission (IPO) unter die Lupe, die die Neuaktionäre bislang rund drei Milliarden Dollar gekostet hat. Dabei steht auch die umstrittene Senkung von Geschäftsprognosen im Mittelpunkt, die auch mehrere juristische Nachspiele haben wird. Wie Reuters erfuhr, forderte Facebook selbst kurz vor dem mit großer Euphorie erwarteten Börsengang die Banken dazu auf, die Geschäftsaussichten skeptischer zu bewerten. Allerdings sollen nur ausgewählte Großaktionäre eingeweiht worden sein, die allermeisten Anleger bekamen davon nichts mit.

Enttäuschte Investoren reichten deswegen Klagen ein. Diese richten sich auch gegen Facebook-Chef Mark Zuckerberg und den IPO begleitende Banken wie Konsortialführer Morgan Stanley, Goldman Sachs, JP Morgan und die Bank of America. Facebook bestritt jegliches Fehlverhalten. Die Vorwürfe seien unbegründet. Das Unternehmen werden sich energisch verteidigen, sagte ein Sprecher.

Der Nasdaq droht Ungemach auch von anderer Seite. Das auf elektronischen Wertpapierhandel spezialisierte Brokerhaus Knight Capital erlitt nach eigenen Angaben wegen der technischen Probleme bei dem IPO am Freitag einen Vorsteuerverlust von 30 bis 35 Millionen Dollar und fordert Schadensersatz. Die Pannen führten dazu, dass sich zahlreiche Transaktionsaufträge für Facebook-Aktien verzögerten, was Anlegern und Händlern große Verluste einbrachte, als der Kurs nach einem anfänglichen Anstieg abrutschte.

Die Facebook-Aktien stoppten am Mittwoch zwar ihre dramatische Talfahrt. Hedgefonds spekulierten zuletzt aber darauf, dass der Kurs weiter nachgeben wird. Ein Analyst von Morningstar Equity Research warnte die Anleger davor, dass die Facebook-Aktien wahrscheinlich auch in den nächsten Quartalen für Enttäuschung sorgen dürften. Dazu würden ein verlangsamtes Wachstum des Geschäfts und eine sinkende Rentabilität des Unternehmens beitragen.

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