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Wirtschaftsnachrichten

Fed-Direktorin signalisiert neue Konjunkturspritzen in "kommenden Monaten"

FILE PHOTO: A U.S. Dollar banknote is seen in this illustration taken May 26, 2020. REUTERS/Dado Ruvic/Illustration

Washington (Reuters) - Nach ihrem jüngsten geldpolitischen Strategieschwenk wird die US-Notenbank Fed voraussichtlich noch dieses Jahr neue Konjunkturspritzen aufziehen.

Die als eine der Architekten der überarbeiteten Strategie geltende Direktorin Lael Brainard signalisierte am Dienstag, dass bereits in den “kommenden Monaten” dafür Bedarf bestehen dürfte: Da die wirtschaftliche Erholung wohl noch eine Zeit lang auf Gegenwind durch die Corona-Pandemie treffen werde, müsse die Fed von Stabilisierung auf einen stärker konjunkturstimulierenden Kurs umschwenken. Als Kompass solle ihre dabei die neue Strategie dienen.

Die vorige Woche vorgestellte überarbeitete Fassung bietet mehr Spielraum beim Ansteuern des Inflationsziels. Demnach könnte die Fed die Teuerungsrate für einen längeren Zeitraum über dem angepeilten Idealwert halten, wenn diese zuvor geraume Zeit darunter geblieben ist. Zugleich soll stets das Ziel der Vollbeschäftigung an erster Stelle stehen.

Laut Brainard ist es wichtig, dass die Fed die erforderlichen konjunkturstimulierende Maßnahmen einleitet, um die Ziele mit der Zeit auch zu erreichen. Auch wenn die US-Wirtschaft durch den Corona-Schock einen Aderlass von 13 Millionen Jobs gegenüber dem Vorkriseniveau zu verzeichnen habe, werde die Fed mit der neuen Strategie in eine bessere Lage versetzt, eine “vollständige und zügige Erholung” zu unterstützen.

Die Fed hat in der Coronakrise unter anderem zahlreiche Kreditprogramme aufgelegt und den Leitzins auf die Spanne zwischen null und 0,25 Prozent gesenkt, um der Wirtschaft auf die Beine zu helfen. Brainards Zeitplan lässt darauf schließen, dass die Fed nach den am 3. November anstehenden Wahlen weitere Konjunkturhilfen auf den Weg bringen dürfte. Die Notenbank entscheidet am 16. September wieder über den Leitzins. Danach steht erst am 5. November wieder einen reguläre Sitzung an - und somit nach den Wahlen, bei denen sich US-Präsident Donald Trump zur Wiederwahl stellt.

Die US-Notenbank hatte das Ziel Vollbeschäftigung bereits erreicht, bevor die Corona-Krise Massenarbeitslosigkeit auslöste. Bei der Inflation hat die Fed das Ziel von zwei Prozent jedoch über weite Strecken nicht erreicht - wohl auch, weil der Trend zur Digitalisierung und zum Online-Geschäft dem Preisauftrieb entgegenwirkt.

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