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Kritiker der großen Geldflut soll Fed-Direktor werden
November 30, 2017 / 10:00 AM / in 12 days

Kritiker der großen Geldflut soll Fed-Direktor werden

Washington (Reuters) - US-Präsident Donald Trump hat den Wirtschaftsprofessor Marvin Goodfriend für einen seit Jahren vakanten Direktorenposten der Notenbank nominiert.

The Federal Reserve Building stands in Washington April 3, 2012. REUTERS/Joshua Roberts/File Photo

Mit der am Mittwoch bekanntgegebenen Personalie, die noch vom Senat bestätigt werden muss, füllt der Staatschef eine weitere personelle Lücke in der Führung der Federal Reserve, die vor einem personellen Umbruch steht: Im Februar soll der von Trump nominierte Direktor und Jurist Jerome Powell auf den Chefposten aufrücken und Amtsinhaberin Janet Yellen ablösen. Goodfriend, ein ausgewiesener Geldpolitik-Experte, gilt als Verfechter einer eher straffen Linie.

Goodfriend hat die als Krisenmaßnahme betriebene und mittlerweile eingedämmte Geldflut der Notenbank kritisiert - insbesondere den massenhaften Ankauf von Wertpapieren, die durch Hypothekendarlehen gedeckt sind. Zugleich hat er negative Zinsen als alternatives Mittel für künftige Krisen ins Gespräch gebracht.

Trump kann dem Führungsgremium der Notenbank noch stärker seinen Stempel aufdrücken, da es nach dem anstehenden Wachwechsel an der Fed-Spitze weitere Direktorenposten zu besetzen gilt. Zuletzt hatte der Präsident bereits mit Randal Quarles einen Vizechef installiert, der für die Bankenaufsicht zuständig ist. Dieser frühere Mitarbeiter des Finanzministerium dürfte eine zentrale Rolle bei Trumps Plänen spielen, die nach der Finanzkrise verschärfte Regulierung der Bankenbranche wieder aufzuweichen.

Goodfriend soll nun den vakanten Posten von Sarah Bloom Raskin übernehmen, die die Notenbank 2014 verließ. Er ist Wirtschaftsprofessor an der Carnegie Mellon Universität in Pittsburgh, hat aber auch Erfahrung in der Politik gesammelt: So war er in den 80er Jahren als Wirtschaftsberater unter Präsident Ronald Reagan tätig. Er gilt als intellektuelles Schwergewicht auf seinem Gebiet und dürfte mit seinen Ansichten im Fed-Führungsgremium auch für Zündstoff sorgen: So hat er in der Vergangenheit eine ausdrückliche Zustimmung des Kongresses für das von der Fed eingeführte Inflationsziel von zwei Prozent gefordert. Yellen hat erst kürzlich betont, die Notenbank müsse geldpolitisch ungestört ihre Kreise ziehen können.

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