August 23, 2019 / 2:35 PM / 25 days ago

US-Notenbanker debattieren vor Powell-Rede über Zinskurs

Federal Reserve Board building on Constitution Avenue is pictured in Washington, U.S., March 19, 2019. REUTERS/Leah Millis

Washington (Reuters) - Noch vor der mit Spannung erwarteten Rede von Fed-Chef Jerome Powell ist unter den US-Währungshütern die Debatte über den weiteren geldpolitischen Kurs voll entbrannt.

Mehrere führende Notenbanker äußerten sich am Freitag anlässlich des Notenbank-Treffens in Jackson Hole in Fernsehinterviews zu ihren Vorstellungen. Die Fed hatte Ende Juli erstmals seit der Finanzkrise vor mehr als zehn Jahren ihren Leitzins um einen Viertelpunkt auf jetzt 2,00 bis 2,25 Prozent gesenkt. Damit reagierte sie auf den Handelsstreit mit China, der zusehends auf die Weltkonjunktur und die heimische Wirtschaft durchschlägt. Aufschluss über den weiteren Zinskurs erhofften sich Investoren von der für den Nachmittag (16.00 Uhr MESZ) erwarteten Rede Powells.

Nach Einschätzung des Präsidenten des Fed-Ablegers von St. Louis, James Bullard, werden die Währungshüter auf ihrer nächsten Sitzung im kommenden Monat intensiv über eine Zinssenkung um einen halben Prozentpunkt debattieren. “Ich denke, das wird auf den Tisch kommen”, sagte Bullard dem Sender Bloomberg TV. Seine Kollegin Loretta Mester, Chefin der Fed-Filiale von Cleveland, geht nach eigenen Worten ohne Festlegung in das nächste geldpolitische Treffen. “Derzeit, wenn die Wirtschaft sich weiter wie bisher entwickelt, würde ich wahrscheinlich sagen, dass wir die Dinge so lassen sollten wie sie sind.” Mester hatte die Zinssenkung im Juli nicht unterstützt. Die nächste Zinssitzung ist für den 17. und 18. September geplant.

Die unabhängige US-Notenbank steht derzeit unter starkem politischen Druck. Denn US-Präsident Donald Trump fordert von ihr Zinssenkungen, um die US-Wirtschaft zu stützen. Dabei hat er auch Notenbank-Chef Powell immer wieder verbal angegriffen. Aus Sicht des Präsidenten des Fed-Ablegers von Dallas, Robert Kaplan, ist es aber nicht die Geldpolitik, die die Wirtschaft derzeit belastet. “Das ist die Unsicherheit im Handel. Das ist in einem gewissen Ausmaß wahrscheinlich die Immigrationspolitik”, sagte er Bloomberg TV.

Bereits am Donnerstag hatte sich die Chefin der Notenbank von Kansas City, Esther George, dafür ausgesprochen, momentan nicht weiter an der Zinsschraube zu drehen. “Wir befinden uns gerade in einer Art Gleichgewicht, und ich würde die Zinsen gerne so belassen”, sagte sie Bloomberg TV. Sie sehe aktuell weder eine Abkühlung noch eine Stärkung der Konjunktur.

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