July 21, 2020 / 12:10 PM / 21 days ago

US-Demokraten laufen Sturm gegen Trumps umstrittene Kandidatin für Fed-Direktorenposten

FILE PHOTO: Federal Reserve Board building on Constitution Avenue is pictured in Washington, U.S., March 19, 2019. REUTERS/Leah Millis/File Photo

Washington (Reuters) - In den USA laufen die oppositionellen Demokraten Sturm gegen eine von Präsident Donald Trump für die Notenbank Fed nominierte Kandidatin.

Sie starteten gegen die Ökonomin Judy Shelton eine Kampagne auf Twitter unter dem Hashtag #StopShelton. Die frühere Wahlkampfunterstützerin Trumps hat sich in der Vergangenheit für eine Rückkehr zum Goldstandard ausgesprochen, den die USA 1971 aufgegeben hatten. “Damit das klar ist: Die Rückkehr zum Goldstandard ist eine schreckliche Idee. Und sie ist gefährlich für unsere Wirtschaft”, schrieb der demokratische Senator Sherrod Brown auf Twitter.

Am Dienstagbend (20.00 Uhr MESZ) soll ein Senatsausschuss darüber entscheiden, ob Shelton dem Plenum der Parlamentskammer als Kandidatin vorgeschlagen wird. Gibt auch der Senat grünes Licht, fehlt nur noch die Unterschrift des US-Präsidenten unter der Ernennungsurkunde. Da die Republikaner eine knappe Mehrheit in dem Senatsausschuss stellen, dürfte Shelton diese erste Hürde ebenso nehmen wie der Ökonom Christopher Waller, der von Trump auch für einen vakanten Posten im Direktorium der Fed nominiert worden ist.

Der US-Präsident hat die Fed in den Jahren seiner Amtszeit immer wieder hart kritisiert, da sie seiner Ansicht nach die Zinsen nicht rasch und umfangreich genug gesenkt habe. Shelton sieht ihrerseits die Rolle der Fed mit Blick auf die Finanzmärkte kritisch. Bei einer Anhörung vor dem Senatsausschuss entschuldigte sie sich im Februar zudem für frühere Äußerungen, mit denen sie vermeintlich einen verurteilten Geldfälscher auf eine Ebene mit der afroamerikanischen Ikone der US-Bürgerrechtsbewegung, Rosa Parks, gehoben hatte.

Sollte Shelton letztlich in die Fed-Führungsetage einziehen, wäre sie nur eine von 19 Währungshütern. Kritiker des Präsidenten befürchten jedoch, dass er die einstige Wahlkampfunterstützerin im Falle seiner Wiederwahl im November für die Nachfolge des derzeitigen Fed-Chefs Jerome Powell auswählen könnte. Die Amtszeit von Powell, den Trump mehrfach verbal hart attackiert hatte, läuft 2022 ab.

Shelton hatte bei der Anhörung im Februar um Entschuldigung dafür gebeten, dass sie den 2011 verurteilten Geldfälscher Bernard von NotHaus als “Rosa Parks der Geldpolitik” bezeichnet hatte. Von NotHaus - ebenfalls ein Anhänger des Goldstandards - hatte sogenannte “Liberty Dollars” in Umlauf gebracht. Vor dem Ausschuss sagte Shelton, sie habe Parks mit der Bemerkung keineswegs herabsetzen wollen. Die Aktivität des Geldfälschers bezeichnete sie als “dreistes Ding”.

Der Ökonom Waller ist weniger umstritten. Er ist derzeit beim Fed-Ableger in St. Louis als Forschungsdirektor tätig. Er gilt als enger Vertrauter des Chefs der Fed von St. Louis, James Bullard. Dieser gilt als Anhänger einer eher lockeren Geldpolitik. Laut Bullard liegt Waller mit ihm in dieser Hinsicht auf einer Wellenlänge.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below