July 22, 2020 / 5:06 AM / 21 days ago

Umstrittene Kandidatin für Fed-Posten nimmt im Kongress erste Hürde

A security guard walks in front of an image of the Federal Reserve following the two-day Federal Open Market Committee (FOMC) policy meeting in Washington, March 16, 2016. REUTERS/Kevin Lamarque/File Photo TPX IMAGES OF THE DAY

Washington (Reuters) - Die umstrittene Kandidatin für einen Direktorenposten bei der US-Notenbank Fed, Judy Shelton, hat die erste Hürde im parlamentarischen Verfahren genommen.

Der Bankenausschuss des Senats ebnete am Dienstag mit 13 zu zwölf Stimmen den Weg für die Nominierung der Ökonomin. Der mehrheitlich mit Republikanern besetzte Ausschuss prüfte ihre Qualifikation für den Job, bevor der gesamte Senat abschließend über die Personalie abstimmt. Die frühere Wahlkampfunterstützerin von Präsident Donald Trump hat sich in der Vergangenheit für eine Rückkehr zum Goldstandard ausgesprochen, den die USA 1971 aufgegeben hatten. Auch der Ökonom Christopher Waller, der von Trump ebenfalls für einen vakanten Posten im Direktorium der Fed nominiert worden ist, nahm die erste Hürde auf dem Weg in die Notenbank.

Trump hat die Fed als Präsident immer wieder hart kritisiert, da sie seiner Ansicht nach die Zinsen nicht rasch und umfangreich genug gesenkt habe. Shelton sieht ihrerseits die Rolle der Fed mit Blick auf die Finanzmärkte kritisch. Bei einer Anhörung vor dem Senatsausschuss entschuldigte sie sich im Februar zudem für frühere Äußerungen, mit denen sie vermeintlich einen verurteilten Geldfälscher auf eine Ebene mit der afroamerikanischen Ikone der US-Bürgerrechtsbewegung, Rosa Parks, gehoben hatte.

Sollte Shelton letztlich in die Fed-Führungsetage einziehen, wäre sie eine von 19 Währungshütern. Kritiker des Präsidenten befürchten jedoch, dass er die einstige Wahlkampfunterstützerin im Falle seiner Wiederwahl im November für die Nachfolge des derzeitigen Fed-Chefs Jerome Powell auswählen könnte. Die Amtszeit von Powell, den Trump mehrfach verbal hart attackiert hatte, läuft 2022 ab.

Shelton hatte bei der Anhörung im Februar um Entschuldigung dafür gebeten, dass sie den 2011 verurteilten Geldfälscher Bernard von NotHaus als “Rosa Parks der Geldpolitik” bezeichnet hatte. Von NotHaus - ebenfalls ein Anhänger des Goldstandards - hatte sogenannte “Liberty Dollars” in Umlauf gebracht. Vor dem Ausschuss sagte Shelton, sie habe Parks mit der Bemerkung keineswegs herabsetzen wollen. Die Aktivität des Geldfälschers bezeichnete sie als “dreistes Ding”.

Der Ökonom Waller ist weniger umstritten. Er ist derzeit beim Fed-Ableger in St. Louis als Forschungsdirektor tätig. Er gilt als enger Vertrauter des Chefs der Fed von St. Louis, James Bullard. Dieser wird zu den Anhängern einer eher lockeren Geldpolitik gezählt. Laut Bullard liegt Waller mit ihm in dieser Hinsicht auf einer Wellenlänge.

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