January 4, 2019 / 4:15 PM / 19 days ago

US-Notenbank dämpft Sorgen vor zu straffem Zinskurs

FILE PHOTO: Federal Reserve Board Chairman Jerome Powell speaks during his news conference after a Federal Open Market Committee meeting in Washington, U.S., December 19, 2018. REUTERS/Yuri Gripas/File Photo

Atlanta/Washington (Reuters) - US-Notenbankchef Jerome Powell hat Flexibilität bei der Zinspolitik signalisiert und vielen Investoren damit die Sorge vor einem zu straffen Kurs genommen.

Die Zentralbank sei geldpolitisch nicht auf einen Weg festgelegt, sagte er am Freitag in Atlanta: “Wir werden geduldig sein und sehen, wie sich die Wirtschaft entwickelt.” Die Notenbank sei stets darauf vorbereitet, ihre geldpolitische Haltung bei Bedarf auch “erheblich” anzupassen.

Die US-Industrie hatte jüngst deutlich an Schwung verloren und damit unter Investoren Sorgen um die Konjunktur geschürt. Angesichts der massiven Kritik von US-Präsident Donald Trump am Zins-Kurs der Fed stellte Powell zudem klar, dass die Notenbank ihre Entscheidungen unabhängig von der Politik treffe. Er betonte auf der Podiums-Veranstaltung in Georgia im Beisein seiner beiden Amtsvorgänger Janet Yellen und Ben Bernanke, die Notenbank pflege in dieser Hinsicht eine “starke Kultur”. Sollte der US-Präsident ihn zum Rücktritt auffordern, würde er diesem nicht Folge leisten, betonte Powell. Er habe derzeit aber kein Treffen mit Trump auf seiner Agenda und unterhalte auch keine direkte Kommunikationslinie zum Weißen Haus.

HÄNDLER SETZEN AUF ZINSPAUSE

Angesichts des Booms in den USA haben die Währungshüter den Leitzins sehr zum Leidwesen des auf hohe Wachstumsraten fixierten Präsidenten zuletzt im Dezember auf die Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent erhöht. Es war die vierte Anhebung im Jahr 2018. Zudem hatte sie für 2019 zwei weitere Erhöhungen in Aussicht gestellt. Viele Händler setzen jedoch darauf, dass die Notenbank 2019 keine Straffung mehr folgen lässt, um den Aufschwung nicht zu gefährden.

Die US-Börsen reagierten mit steigenden Kursen auf die Signale Powells, bei Zinserhöhungen nichts zu überstürzen. Auch jüngste Arbeitsmarktdaten hoben die Stimmung unter den Investoren. Trotz jüngster Anzeichen für eine konjunkturelle Abkühlung in den USA boomt der Arbeitsmarkt so kräftig wie seit fast einem Jahr nicht mehr. Die Regierung in Washington meldete für Dezember 312.000 neue Stellen. Das ist das größte Plus seit Februar 2018. Die US-Währungshüterin Loretta Mester sprach von einem starken Arbeitsmarkt. Trotz jüngster Sorgen an den Märkten über einen möglicherweise zu straffen geldpolitischen Kurs sehe sie die Notenbank “in einer guten Ausgangslage”, sagte die Chefin des Fed-Bezirks Cleveland dem Sender CNBC. Sie zeigte sich offen für eine Zinspause, falls die Inflation dieses Jahr wider Erwarten nicht anziehen sollte.

“Die US-Wirtschaft sendet ein starkes Lebenszeichen”, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners über die Job-Daten. Der ebenfalls überraschend hohe Anstieg der Löhne um 0,4 Prozent sei aber ein zweischneidiges Schwert. “Stärkeres Lohnwachstum kann einen stabil hohen Privatkonsum garantieren. Allerdings kann es die US-Notenbank Fed auch zu weiteren Zinsschritten motivieren.” Powell sagte in Atlanta dazu, steigende Löhne schlügen nicht notwendigerweise auf die Inflation durch. Allerdings dürfe man den Zusammenhang zwischen niedriger Arbeitslosigkeit und künftiger Inflation nicht außer Acht lassen. Er gehe davon aus, dass der Preisauftrieb unter Kontrolle sei.

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