September 25, 2008 / 5:24 AM / in 11 years

FBI weitet Untersuchung wegen Finanzkrise aus

Washington (Reuters) - Die Untersuchungen des FBI im Zuge der US-Finanzkrise ziehen immer weitere Kreise.

Der Geheimdienst ermittelt Behördenvertretern zufolge wegen Betrugsverdachts gegen Fannie Mae, Freddie Mac, Lehman Brothers und AIG. Eine Anklageerhebung stünde aber noch nicht bevor. Die Untersuchungen seien noch am Anfang, hieß es. Weitere Einzelheiten dürften nicht genannt werden, da die Angelegenheit Auswirkungen auf den Aktienmarkt haben könnte. Ein FBI-Sprecher sagte am Mittwoch, der Geheimdienst untersuche 26 Fälle wegen des Verdachts auf Betrug. Ob die vier Unternehmen betroffen seien, wollte er jedoch nicht offiziell sagen.

Ein Sprecher des Versicherers AIG sagte, er habe keine Einzelheiten über die Ermittlungen. Natürlich werde der Konzern aber mit dem FBI zusammenarbeiten. Eine Sprecherin von Lehman Brothers wollte sich nicht zu der Angelegenheit äußern. Bei Fannie Mae und Freddie Mac war zunächst niemand erreichbar.

FBI-Chef Robert Mueller hatte vor einer Woche vor einem Ausschuss des US-Kongresses noch von 24 Fällen gesprochen. Im Juli war von 21 Fällen die Rede. Mueller hatte vor dem Kongress-Ausschuss auch betont, auch gegen verantwortliche Manager vorzugehen.

Wegen Fehlspekulationen mit Ramsch-Hypotheken waren in den USA zahlreiche Finanzinstitute in Schieflage geraten und haben den weltweiten Finanzsektor in eine tiefe Krise gestürzt. Ein Sprecher des Justizministeriums bestätigte Ermittlungen gegen Unternehmen wegen Betrugsverdachts. Welche Firmen davon betroffen seien, wollte er jedoch nicht sagen.

Die Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac wurden in der Zwischenzeit verstaatlicht, um das Finanzsystem nicht komplett zusammenbrechen zu lassen. Die US-Notenbank Fed rettete AIG mit einem Notkredit vor der Pleite. Lehman Brothers meldete Insolvenz an und wird derzeit zerschlagen.

Bereits im Frühjahr hatten Goldman Sachs, Morgan Stanley und Bear Stearns bestätigt, dass die Regierung um Auskünfte gebeten habe. Morgan Stanley und Bear Stearns fanden in der Zwischenzeit Unterschlupf bei anderen Banken. Goldman Sachs wandte sich vor Kurzem von seinem Geschäftsmodell ab, womit es US-Investmentbanken faktisch nicht mehr gibt.

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