October 1, 2008 / 11:27 AM / 12 years ago

US-Börsenaufsicht gibt Banken mehr Freiraum bei Anlagenbewertung

Washington (Reuters) - Die US-Börsenaufsicht hat Finanzinstituten in Folge der andauernden Krise mehr Freiraum bei der Anlagenbewertung gegeben und so der gebeutelten Bankenbranche eine Atempause verschafft.

Angesichts der Marktturbulenzen schwer zu bewertende Positionen müssten nicht zu Schleuderpreisen bilanziert werden, erklärte die Securities and Exchange Commmission (SEC) am Dienstag. In solchen Fällen könnten die Einschätzungen des Managements als Grundlage für den Marktwert genommen werden. Die SEC präzisierte damit bestehende Regeln. Bereits am Mittwoch sei jedoch mit neuen Leitlinien des Financial Accounting Standards Board (FASB) zu rechnen, sagten mit der Angelegenheit vertrauten Personen.

Mit der bisherigen Bewertung von Vermögensständen nach ihrem aktuellen Marktwert mussten Banken jüngst hohe Summen abschreiben. “Im Kern will die SEC die Preislawine stoppen”, sagte Tom Sowanick von Clearbrook Financial. Mit der neuen Lockerung durch die SEC könnten sich die Banken mehr auf ihre eigenen Schätzungen verlassen, statt die am Markt unter Druck geratenen Preise als Bewertungsgrundlage nehmen zu müssen. “Das ist ein entscheidender erster Schritt, der den Kapitalmärkten Stabilität, Vertrauen und Liquidität bringt”, sagte Steve Bartlett von The Financial Services Roundtable. “Mit der Klärung, wie Positionen im unsicheren Marktumfeld bewertet werden, gibt die SEC den Investoren weiter Transparenz.” Zugleich erleichtere sie den Institutionen die Kreditvergabe in Zeiten turbulenter Märkte.

Unterdessen sah sich die Börsenaufsicht Experten zufolge unter Druck, ihr Verbot von Leerverkäufen über Donnerstag hinaus zu verlängern. Die anhaltende Verunsicherung, nicht zuletzt nach dem ersten Scheitern des Milliardenrettungspakets der US-Regierung, zwinge die SEC dazu, alles zur Beruhigung der Märkte zu tun. Das Moratorium für Leerverkäufe (Short-Selling) von Hunderten Finanzwerten läuft am 2. Oktober aus. Bei Leerverkäufen leihen sich Anleger Aktien von anderen Börsianern und verkaufen sie in der Hoffnung, einen Profit zu machen, wenn der Kurs fällt. Diese Art von Geschäften kann den Abwärtstrend einer Aktie dramatisch beschleunigen.

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