April 26, 2018 / 2:23 PM / 3 months ago

US-Autobauer setzen stärker auf Geländewagen und Pickups

Detroit (Reuters) - Weniger klassische Limousinen, mehr Gelände- und Pritschenwagen: Die US-Autobauer General Motors und Ford wollen stärker vom Trend zu großen Fahrzeugen profitieren.

A Cadillac Escalade SUV by General Motors Co of the U.S. is displayed during a media preview of the Auto China 2018 motor show in Beijing, China April 25, 2018. REUTERS/Joe White

Weil die immer beliebter werdenden SUVs und Pickups höhere Renditen versprechen, nehmen die Hersteller dafür hohe Anlaufbelastungen in Kauf. Bei General Motors brach im Startquartal 2018 der Nettogewinn um fast 60 Prozent auf 1,05 Milliarden Dollar ein. Der Modellwechsel bei Kleinlastern mit offener Ladefläche führte zu Produktions- und Umsatzrückgängen. 2018 dürfte der Gewinn weitgehend stagnieren, bekräftigte GM. Ab 2019 sollen die neuen Modelle dann für Schub sorgen. Ford kündigte an, mehrere Modelle aus dem Programm zu werfen und den Sparkurs zu verschärfen.

In die Entwicklung traditioneller Limousinen wie das Mittelklassemodell Fusion soll in Nordamerika kein Geld mehr gesteckt werden. Ford-Chef Jim Hackett sprach von einer “grundlegenden Neuorientierung” des Konzerns. “Wir werden den gesunden Teil unserer Geschäfte hegen und pflegen.” Von Randbereichen werde sich Ford dagegen trennen. Der zweitgrößte US-Hersteller nach General Motors steht schon länger unter Druck von Investoren, die Produktpalette anzupassen und profitabler zu werden.

In der Pkw-Branche gilt die Faustregel: kleines Auto, kleine Rendite - großes Auto, große Rendite. Die weltweit wachsende Beliebtheit ausladender Modelle mit hoher Sitzposition, viel Platz für Passagiere und Gepäck und allerlei teurer technischer Ausstattung spielt den Herstellern in die Hände und bringt Geld für die Erforschung von Zukunftstechnologien wie dem automatisierten Fahren in die Kasse. In Regionen mit strengen Emissionsregeln verschärft der SUV- und Pickup-Boom indes die Einhaltung von Grenzwerten. Viele Autobauer bieten deshalb neben batteriebetriebenen Cityflitzern auch zunehmend Hybrid- oder Elektroversionen ihrer großen Modelle an.

Mit dem Kurswechsel will Ford die Gewinnmarge vor Steuern bereits bis 2020 und damit zwei Jahre früher als ursprünglich geplant deutlich steigern: auf acht Prozent weltweit und zehn Prozent in Nordamerika. Im Startquartal schrumpfte die Rendite auf 5,2 Prozent, vor allem wegen höherer Rohstoffkosten. Allerdings stieg der Gewinn auch dank niedrigerer Steuerbelastungen um knapp neun Prozent auf 1,74 Milliarden Dollar. Ford übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Der Konzern kündigte zudem an, bis 2022 nun 25,5 Milliarden Dollar sparen zu wollen; bislang waren gut 14 Milliarden Dollar angepeilt.

Auch General Motors will steigende Materialkosten mit Einsparungen an anderer Stelle wettmachen. Für 2018 bekräftigte der Autobauer seine Prognose, wonach der Gewinn weitgehend stagnieren soll. Im Startquartal waren wegen des Modellwechsels bei Pickups 47.000 Fahrzeuge weniger gebaut worden. Die neuen Modelle sollen ab nächstem Jahr das Geschäft ankurbeln.

Fiat Chrysler profitierte im Startquartal erneut von der hohen Nachfrage nach Geländewagen und Pickups. In Nordamerika verbesserte sich die Rendite. Insgesamt steigerte der italienisch-amerikanische Konzern seinen bereinigten Betriebsgewinn um fünf Prozent auf 1,61 Milliarden Euro. Analysten hatten allerdings mit mehr gerechnet.

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