May 17, 2010 / 3:08 PM / 10 years ago

Opel-Mutter GM schreibt wieder schwarze Zahlen

A view of the General Motors headquarters at the Renaissance Center in Detroit, Michigan is seen in this file photograph taken August 25, 2009. REUTERS/Jeff Kowalsky/Files

Detroit (Reuters) - Die Opel-Mutter General Motors hat dank ihrer Rosskur mit Fabrikschließungen und Stellenkürzungen die Rückkehr in die Gewinnzone geschafft.

Der größte US-Autobauer mache Fortschritte und auch für das Gesamtjahr stünden die Chancen gut, erstmals seit 2004 wieder schwarze Zahlen zu schreiben, sagte Finanzchef Chris Liddell am Montag. Nun gelte es, GM auch langfristig profitabel zu machen. Eine genaue Prognose für den Rest des Jahres wollte er aber nicht abgeben. Die Rückkehr an die Börse ist 2011 möglich. Dann könnte auch die US-Regierung ihren Mehrheitsanteil an GM reduzieren. Das Finanzministerium hatte den Konzern mit rund 50 Milliarden Dollar vor dem Aus gerettet und im Gegenzug knapp 61 Prozent der GM-Anteile übernommen.

Unter dem Strich verdiente GM im ersten Quartal 865 Millionen Dollar, nachdem der Konzern vor Jahresfrist noch einen Verlust von knapp sechs Milliarden Dollar eingefahren hatte. Jetzt standen auch dank guter Geschäfte auf dem Heimatmarkt Nordamerika wieder schwarze Zahlen in den Büchern: Vor Zinsen und Steuern (Ebit) wurden 1,2 Milliarden Dollar verdient. In Europa und damit vor allem mit Opel fiel indes ein operativer Verlust von einer halben Milliarde Dollar an. Die Region bereite GM noch immer die größten Schwierigkeiten, sagte Finanzchef Liddell. Hier stehe noch eine Menge Arbeit an.

Der Umsatz im Gesamtkonzern legte um rund 40 Prozent auf knapp 31,5 Milliarden Dollar zu. Weltweit wurden rund zwei Millionen Fahrzeuge ausgeliefert, etwa 400.000 mehr als im ersten Quartal 2009. GM nannte die Zahlen “erfreulich”.

Die Bilanz unterstreicht die Fortschritte, die GM zuletzt gemacht hat. Der Konzern hat seine Schulden verringert, Stellen abgebaut und Fabriken geschlossen. Zudem trennte er sich von verlustbringenden Marken wie Hummer, Saab und Saturn und konzentriert sich nun auf die vier Kernmarken Chevrolet, Buick, GMC und Cadillac. Analysten sehen aber noch viel Arbeit bei GM. Vor allem müsse das Vertrauen in die Marken auf dem Heimatmarkt Nordamerika wiederhergestellt werden, sagten Experten. Nur dann könne GM erreichen, dass der seit langem anhaltende Trend von Verlusten bei den Marktanteilen umgekehrt wird.

Der US-Rivale Ford hatte im ersten Quartal vor Steuern 2,1 Milliarden Dollar verdient und rechnet auch im Gesamtjahr mit einem soliden Gewinn. Ford profitierte zuletzt auch davon, dass sich zahlreiche Kunden wegen der Rückrufaktionen von Toyotaabwandten und nach den staatlichen Rettungsaktionen auch Zweifel an den Detroiter Rivalen GM und Chrysler hegten.

Allerdings geht es inzwischen auch bei Chrysler wieder bergauf: Der drittgrößte US-Autobauer hat seinen Verlust im ersten Quartal auf netto 197 Millionen Dollar verringert und eine Anhebung der Prognose für das Gesamtjahr in Aussicht gestellt. Auch Chrysler strebt zurück an die Börse, will dafür aber ein günstiges Marktumfeld abwarten.

In Deutschland hofft GM weiter auf Staatshilfen zur Sanierung von Opel. Experten erklärten aber, der US-Konzern könne bei seiner angeschlagene Tochter dank besserer Geschäfte inzwischen auch ohne Hilfen auskommen. GM hatte vor einigen Wochen zugesagt, für die Sanierung von Opel tiefer in die eigene Tasche zu greifen, um die Chancen auf Staatshilfe zu verbessern. Insgesamt will GM nun in Form von Krediten und Eigenkapital 1,9 Milliarden Euro in seine Europatochter stecken.

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