January 15, 2020 / 12:50 PM / 7 months ago

Gewinn von Goldman Sachs bricht ein - Rechtsrisiken belasten

The ticker symbol and logo for Goldman Sachs is displayed on a screen on the floor at the New York Stock Exchange (NYSE) in New York, U.S., December 18, 2018. REUTERS/Brendan McDermid

New York (Reuters) - Höhere Belastungen für Rechtskosten und faule Kredite haben Goldman Sachs im vergangenen Jahr zu schaffen gemacht.

Der Gewinn des US-Instituts brach im Vergleich zu 2018 um ein Fünftel auf 7,9 Milliarden Dollar ein, wie Goldman am Mittwoch mitteilte. Damit blieb die Investmentbank, die in ihrem Geschäft einst als Maß der Dinge galt, einmal mehr hinter ihren amerikanischen Rivalen zurück. JP Morgan und Citigroup steigerten ihre Gewinne im vergangenen Jahr jeweils deutlich und verdienten zusammen fast 56 Milliarden Dollar. Analysten zeigten sich enttäuscht, die Goldman-Aktien fielen im vorbörslichen Handel an der Wall Street um fast zwei Prozent.

Bei JP Morgan und Citi florierte das Kapitalmarktgeschäft, auch Goldman verbuchte im Schlussquartal kräftige Zuwächse im Anleihenhandel. Dagegen musste die Bank bei der Beratung von Fusionen und Übernahmen Federn lassen. Wie JP Morgan und Citi steigerte Goldman Sachs seine Erträge im Privatkundengeschäft, allerdings ist die Sparte im Vergleich zu den heimischen Konkurrenten noch klein. Goldman hatte erst vor wenigen Jahren mit dem Aufbau des Privatkundengeschäfts begonnen, um die Abhängigkeit vom schwankungsanfälligen Investmentbanking zu verringern.

Konzernweit stagnierten die Erträge im vergangenen Jahr bei 36,6 Milliarden Dollar, obwohl Goldman von Oktober bis Dezember so hohe Einnahmen erzielte wie seit 2007 nicht mehr in einem Schlussquartal. Für ausfallgefährdete Kredite musste das Geldhaus 2019 mehr als eine Milliarden Dollar zur Seite legen, knapp 60 Prozent mehr als vor einem Jahr. Zudem schlugen Rückstellungen für Rechtsrisiken in Höhe von 1,24 Milliarden Dollar zu Buche.

Goldman Sachs steht einem Insider zufolge vor einem milliardenschweren Vergleich, um die Korruptionsaffäre um den malaysischen Staatsfonds 1MDB beizulegen. Aus dem Staatsfonds 1MDB, mit dem eigentlich die malaysische Wirtschaft angekurbelt werden sollte, haben nach Erkenntnissen des US-Justizministeriums hochrangige Fonds-Mitarbeiter und ihre Partner mehr als 4,5 Milliarden Dollar veruntreut. Mit den Geldern sollen Regierungsbeamte bestochen, schwarze Kassen des ehemaligen Ministerpräsidenten Najib Razak finanziert und Schmuck, Gemälde und Immobilien für Hunderte Millionen Dollar gekauft worden sein.

Gegenwind schlug auch Bank of America ins Gesicht. Das zweitgrößte US-Geldhaus verdiente im vierten Quartal mit sieben Milliarden Dollar vier Prozent weniger. Das Institut kämpfte ebenfalls mit faulen Krediten. Außerdem hätten die wegen der niedrigeren Zinsen gesunkenen Margen nur teilweise durch eine höhere Kreditvergabe ausgeglichen werden können. Der Zinsüberschuss werde im ersten Halbjahr 2020 weiter zurückgehen, kündigte Finanzchef Paul Donofrio an. Die US-Notenbank Fed hatte wegen der schwächeren Konjunktur ihren Leitzins im vergangenen Jahr drei Mal gesenkt, der Schlüsselsatz liegt aktuell in einer Spanne von 1,5 Prozent bis 1,75 Prozent.

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