November 4, 2009 / 2:58 PM / 10 years ago

Schlappe für Obamas Demokraten bei Gouverneurswahlen

Washington (Reuters) - US-Präsident Barack Obama und seine Demokratische Partei haben bei den Gouverneurswahlen in Virginia und New Jersey eine herbe Niederlage einstecken müssen.

In beiden wichtigen Bundesstaaten konnten Republikaner in der Nacht auf Mittwoch die Abstimmung für sich entscheiden. In Virginia gewann Bob McDonnell klar gegen den Demokraten Creigh Deeds, im Ostküstenstaat erhielt New Jersey Chris Christie eine knappe Mehrheit vor dem demokratischen Amtsinhaber Jon Corzine. Die Wahlen galten als Stimmungstest für Obama vor der Kongresswahl im kommenden Jahr, bei der die Demokraten ihre Mehrheiten in beiden Kammern verteidigen wollen.

“Heute Nacht haben die Wähler einen Warnschuss auf die Demokraten und das Präsidialamt abgefeuert”, sagte Eric Kantor, die Nummer Zwei der Republikaner im Repräsentantenhaus. Sie seien der Ausgaben und der Verschwendung überdrüssig. Der Parteichef der Demokraten, Tim Kaine, bemühte sich dagegen, das Ergebnis herunterzuspielen. Bei beiden Wahlen hätten lokale und bundesstaatliche Themen im Vordergrund gestanden, sagte er. Die Resultate deuteten nicht in die Zukunft und spiegelten nicht die Stimmung in der Bevölkerung wieder. Kaine war bislang Gouverneur von Virginia, konnte aber nicht erneut zur Wahl antreten.

Nach dem Verlust der Kongressmehrheit im Jahr 2006 und des Präsidialamtes 2008 sehen die Republikaner die Wahlen als Aufbruchsignal. Bei den Demokraten hingegen dürften Fragen lauter werden, wie die Kongresswahl im kommenden Jahr gewonnen werden kann. In der US-Bevölkerung macht sich zusehends Unzufriedenheit über die Konjunkturlage und fehlende Erfolge im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit breit. Einer Umfrage des Fernsehsenders “ABC” zufolge sorgten sich 90 Prozent der Wähler in New Jersey und 85 Prozent in Virginia über den US-Wirtschaftskurs. “Präsidenten müssen Rückschläge einstecken und Obama musste gerade einen großen hinnehmen”, sagte der Politikwissenschaftler Larry Sabato von der Universität von Virginia.

Politischen Beobachtern zufolge droht der Wahlausgang Obama auch bei der Gesundheitsreform - seinem wichtigsten innenpolitischen Reformprojekt - unter Druck zu setzen. Einige Abgeordnete könnten sich im Vorfeld der Wahl von Obama abwenden, um ihre Sitze nicht zu gefährden, warnte James Carville, ein Berater der Demokraten, im Fernsehsender CNN.

Reporter: Steve Holland; geschrieben von Sebastian Engel; redigiert von Petra Jasper

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