November 30, 2017 / 9:25 AM / 18 days ago

May nennt Trumps Weiterverbreitung von Anti-Islam-Videos falsch

Amman (Reuters) - US-Präsident Donald Trump hat mit der Weiterverbreitung islamfeindlicher Videos auf Twitter in Großbritannien eine Welle der Empörung ausgelöst.

Official portraits of U.S. President Donald Trump are printed at the Government Publishing Office in Washington, U.S., November 29, 2017. REUTERS/Aaron P. Bernstein

Premierministerin Theresa May kritisierte Trumps Verhalten am Donnerstag als falsch. Im britischen Parlament griffen Abgeordnete den US-Präsidenten quer durch die Parteien scharf an. Der anglikanische Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, zeigte sich “tief verstört”. Das US-Präsidialamt rechtfertigte die Weiterverbreitung der Videos. Trump habe auf Sicherheitsfragen aufmerksam gemacht, sagte ein Sprecher. Das Präsidialamt machte keine Angaben darüber, ob Trump die Quelle der ursprünglichen Tweets bekannt gewesen sei.

Die drei von Trump am Mittwoch weiterverbreiteten Videos stammten von der Vizechefin der ausländerfeindlichen Gruppe Britain First, Jayda Fransen. Dort soll zu sehen sein, wie ein Teenager zu Tode geprügelt, ein Junge auf Gehhilfen geschlagen und eine christliche Statue zerstört wird. Alle drei Taten sollen Fransen zufolge von Muslimen begangen worden sein.

“RASSISTISCH, UNFÄHIG ODER GEDANKENLOS”

May nahm auf einer Jordanien-Reise Stellung zu Trumps Tweets. Man habe trotz der Zusammenarbeit keine Angst davor, die USA sehr deutlich auf Fehler hinzuweisen, sagte sie in Amman. “Und für mich ist sehr klar, dass die Weiterverbreitung der Britain-First-Tweets falsch war.” In London sprach der Labour-Abgeordnete Stephen Doughty davon, dass Trump “entweder rassistisch, unfähig oder gedankenlos oder alles drei” sei. Der Bürgermeister von London, Sadiq Khan, forderte, die Einladung an Trump zu einem Staatsbesuch zurückzuziehen. Khan war bereits mehrfach mit dem US-Präsidenten auf Twitter aneinandergeraten.

Bereits am Mittwoch hatte ein Sprecher Mays die “Retweets” des US-Präsidenten kritisiert. Trump schrieb dazu auf dem Kurznachrichtendienst, die Premierministerin solle sich nicht auf ihn, sondern auf den “zerstörerischen radikal-islamischen Terrorismus” im Vereinigten Königreich konzentrieren. May hatte sich seit Trumps Amtsübernahme besonders um ein gutes Verhältnis zu dem Republikaner bemüht. Sie war die erste ausländische Regierungschefin, die ihn als Präsident besuchte.

Die Nachrichtenagentur Reuters konnte die Echtheit der Videos nicht überprüfen. Die niederländische Botschaft nahm am Donnerstag zu der Aufnahme Stellung, die den Angriff auf einen Jungen mit Gehilfen zeigen soll. Bei dem Täter habe es sich nicht - wie im ursprünglichen Tweet von Fransen behauptet - um einen Einwanderer gehandelt. Vielmehr sei er in den Niederlanden geboren und aufwachsen und wegen der Tat verurteilt worden. “Fakten zählen”, schrieb die Vertretung auf Twitter an Trumps Adresse.

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