April 13, 2018 / 1:35 PM / 2 months ago

Trump erwägt Rolle rückwärts bei Freihandel mit Pazifikstaaten

Washington/Peking/Berlin (Reuters) - Inmitten des Zollstreits mit China erwägt US-Präsident Donald Trump einen Wiedereinstieg in das transpazifische Freihandelsabkommen TPP.

FILE PHOTO: A container is placed on a truck by a crane at Port Botany facilities in Sydney Australia, February 6, 2018. REUTERS/Daniel Munoz/File Photo GLOBAL BUSINESS WEEK AHEAD

Der amerikanische Staatschef habe seine Berater angewiesen, entsprechende Schritte zu prüfen, sagte Präsidialamtssprecherin Lindsay Walters. Allerdings seien dafür “substanzielle Verbesserungen” nötig, twitterte Trump danach in der Nacht zum Freitag. “Wir haben bereits bilaterale Abkommen mit sechs der elf TPP-Mitgliedsstaaten, und arbeiten an einer Vereinbarung mit dem größten von ihnen, Japan, das uns jahrelang beim Handel schwer zu schaffen gemacht hat.”

China, das nicht zum TPP-Verbund gehört, steigerte unterdessen seinen Exportüberschuss mit den USA um ein Fünftel und sorgte damit für neuen Zündstoff im Verhältnis der beiden Wirtschaftsrivalen. Im ersten Quartal wurden Waren im Wert von mehr als 58 Milliarden Dollar mehr in die Vereinigten Staaten verschifft als von dort importiert. Das bedeutet einen Anstieg von 19,4 Prozent im Vergleich zu den ersten drei Monaten 2017. Trump ist das enorme Defizit im Warenaustausch mit der Volksrepublik ein Dorn im Auge. Die Regierung von Washington wirft China zudem vor, Handelsgeheimnisse von US-Firmen zu stehlen und sich über Gemeinschaftsunternehmen geistiges Eigentum anzueignen. Chinesische High-Tech-Produkte gehören inzwischen zu den am schnellsten wachsenden Exportschlagern der Volksrepublik: Im ersten Quartal legten sie um 20,5 Prozent auf 137,8 Milliarden Dollar zu.

“ZÄSUR IN DER GESCHICHTE”

In den vergangenen Wochen hat sich der Streit zwischen den beiden globalen Wirtschaftsmächten hochgeschaukelt - Trump drohte mit zusätzliche Abgaben für 1300 chinesische Produkte im Umfang von 50 Milliarden Dollar, Peking will mit Handelshürden in gleicher Höhe Paroli bieten. Trump legte mit einer zusätzlichen Zolldrohung im Volumen von 100 Milliarden Dollar nach. Auch wenn viele unbeteiligte Drittstaaten die Schockwellen eines solchen Konflikts fürchten, ist die Wirtschaft hierzulande optimistisch, weitgehend verschont zu bleiben: “Es bestehen eigentlich alle Chancen, dass sich 2018 das Auslandsgeschäft deutscher Unternehmen insgesamt weiter positiv entwickelt”, sagte DIHK-Chef Eric Schweitzer in Berlin.

Die Unternehmen sähen aber auch Risiken, insbesondere in der Wirtschafts- und Handelspolitik einzelner Länder. Es drohe, etwas ins Rutschen zu geraten, denn immer mehr Staaten wollten sich abschotten: “Es ist fast eine Zäsur in der Geschichte, dass ein US-Präsident derart intensiv für geschlossene Grenzen und gegen Freihandel plädiert.”

Trotz des von den USA befeuerten Streits über Zölle und immer neuer Handelshürden ist die Zuversicht deutscher Firmen im Auslandsgeschäft gewachsen. “Ein Viertel der auslandsaktiven Unternehmen erwarten eine bessere Entwicklung ihrer Geschäfte, zehn Prozent eine Verschlechterung”, lautet das Kernergebnis Firmenumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK). Die Einschätzungen seien damit deutlich günstiger als im Vorjahr. Allerdings verhinderten immer mehr Barrieren im Welthandel noch bessere Aussichten. So registrierten inzwischen 40 Prozent der Firmen eine Zunahme an Handelshürden in den vergangenen zwölf Monaten.

Die USA erheben einen Strafzoll von 25 Prozent auf Stahl und zehn Prozent auf Aluminium. Die EU und sechs weitere Länder sind von den Zöllen vorerst bis zum 1. Mai ausgenommen - darunter auch Kanada, das zu den TPP-Staaten gehört. Nachdem sich die USA Anfang des vergangenen Jahres aus dem Abkommen verabschiedet hatten, wurde es zuletzt von den elf verbliebenen Pazifik-Anrainern unterzeichnet. Es sieht unter anderem den Wegfall von Zöllen auf Agrar- und Industrieprodukte vor.

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