October 28, 2011 / 6:14 AM / 8 years ago

Rolle rückwärts - HP hält nun doch an PC-Geschäft fest

A HP Invent logo is pictured in front of Hewlett-Packard international offices in Meyrin near Geneva August 4, 2009. REUTERS/Denis Balibouse

San Francisco (Reuters) - Rund einen Monat nach dem Rausschmiss des Deutschen Leo Apotheker beerdigt Nachfolgerin Meg Whitman an der Spitze von Hewlett-Packard seine Pläne.

Der Technologiekonzern werde an der PC-Sparte festhalten, kündigte die Ex-eBay-Chefin am Donnerstag in einem Interview an. HP sei mit diesem Geschäftsbereich stärker als ohne. Eine Abspaltung, wie Apotheker sie anvisierte, hätte demnach einmalig 1,5 Milliarden Dollar sowie jährlich eine Milliarde Dollar gekostet. Zudem hätte das auch in Europa stark vertretene Unternehmen viele wertvolle Kunden verloren.

Whitman stellt zudem eine weitere Entscheidung des früheren SAP-Vorstandsvorsitzenden Apotheker auf den Prüfstand: Es sei durchaus denkbar, dass HP einen neuen Tablet auf Basis der WebOS-Software produziere, erklärte sie. Noch sei nichts entschieden. Es werde geprüft, ob WebOS eine Zukunft habe. Auf Unverständnis war bei vielen Anlegern im August die Ankündigung gestoßen, den Tablet-PC TouchPad nach sehr kurzer Zeit wieder vom Markt zu nehmen.

ANLEGER HONORIEREN KLARHEIT ÜBER PC-GESCHÄFT-ZUKUNFT

Investoren begrüßten das klare Bekenntnis Whitmans zum PC-Geschäft. Die Aktie schloss an der Wall Street am Donnerstag mit einem Plus von 4,9 Prozent. In Apothekers Amtszeit hatte sich der Marktwert des Konzerns auf knapp 48 Milliarden Dollar beinahe halbiert. “Das ist die pragmatischste Entscheidung”, lobte Gartner-Analyst Mark Fabi. Dies zeige Whitmans Entschlossenheit den weltgrößten Technologiekonzern nach Umsatz mit starker Hand zu führen. “Das hat im vergangenen Jahr gefehlt”, ergänzte Fabi in Anspielung auf Apotheker.

Bei HP lief es lange nicht rund. Experten zweifelten am Erfolg des von Apotheker initiierten radikalen Umbauplans. Der Deutsche, der 2010 überraschend zum Nachfolger seines beliebten Vorgängers Mark Hurd ernannt wurde, musste mehrmals die Geschäftsprognosen nach unten korrigieren. Auf Unverständnis stieß bei vielen Anlegern nicht nur die TouchPad und PC-Entscheidung, sondern auch die elf Milliarden Dollar schwere Übernahme der britischen Software-Firma Autonomy.

Auch wenn HP nun am PC-Geschäft festhält, muss der Konzern bei der Sparte nachbessern. Zuletzt haben sich viele Kunden den beliebten Tablets wie dem iPad von Apple zugewandt und stattdessen auf den Kauf eines neuen Computers verzichtet.

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