28. August 2017 / 05:00 / vor 3 Monaten

Texas rüstet sich für weitere Wassermassen

Houston (Reuters) - Wegen des Tropensturms “Harvey” bereitet sich die texanische Millionenmetropole Houston auf noch mehr Wassermassen in den kommenden Tagen vor.

Interstate highway 45 is submerged from the effects of Hurricane Harvey seen during widespread flooding in Houston, Texas, U.S. August 27, 2017. REUTERS/Richard Carson TPX IMAGES OF THE DAY - RTX3DL7M

Der Höhepunkt werde erst am Mittwoch und Donnerstag erwartet, teilten US-Meteorologen am Montag mit. An manchen Orten in dem Bundesstaat wird in dieser Woche wohl so viel Regen fallen wie sonst in einem gesamten Jahr. Bisher sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. In Houston, wo 2,3 Millionen Menschen leben, blieben Schulen, Flughäfen und Bürogebäude am Montag geschlossen. Straßen und Autobahnen verwandelten sich in Kanäle. Zehntausende Menschen wurden in Sicherheit gebracht. “Harvey” hat auch drastische Auswirkungen auf die Energiebranche: Raffinerien, Verladeterminals und Bohrplattformen wurden geschlossen. Auf den Terminmärkten verteuerte sich Benzin um mehr als vier Prozent.

“Harvey” ist mit Windgeschwindigkeiten von über 200 Kilometern in der Stunde der heftigste Sturm in Texas seit 1961. Am Montag ließen die Windgeschwindigkeiten nach, doch es geht weiter heftiger Regen in der Region nieder. Dies sorgt im tief gelegenen Houston für noch mehr Probleme, weil über Flüsse weitere Wassermassen auf die Metropole zufließen. Nach Schätzungen der US-Katastrophenhilfe Fema werden voraussichtlich 30.000 Menschen in Notunterkünften untergebracht. Mehr als 450.000 Betroffene werden demnach wegen des Hochwassers wohl Nothilfen beantragen. Heimatschutzministerin Elaine Duke sagte, man sei noch lange nicht aus dem Gröbsten heraus. “Harvey ist immer noch ein gefährliches und historisches Unwetter.” Allein in einem Kongresszentrum in Houston wurden 2500 Menschen untergebracht. In Dallas, das mehr als 350 Kilometer von Houston entfernt liegt, wurde eine Notunterkunft für 5000 Menschen eingerichtet.

Experten der US-Streitkräfte kündigten an, Wasserspeicher in der Nähe von Houston abzulassen, um Druck von den Staudämmen zu nehmen. Das Wasser ergießt sich in den Buffalo Bayou, den Haupt-Fluss in Houston. Nach Angaben der Stromversorger waren am Montagmorgen im Großraum Houston mehr als 260.000 Kunden ohne Elektrizität.

TRUMP AM DIENSTAG IM KATASTROPHENGEBIET ERWARTET

Bürgermeister Sylvester Turner verteidigte seine Entscheidung, die Einwohner nicht zum Verlassen der Stadt aufgerufen zu haben. Er verwies auf die Folgen der Evakuierung vor dem Hurrikan “Rita” im Jahr 2005, bei der mehr als 100 Menschen starben.

US-Präsident Donald Trump will nach Angaben der Regierung in Washington am Dienstag in das Katastrophengebiet reisen. Er hatte bereits am Freitag für Texas Bundeshilfen freigegeben. Nach Einschätzung der Behörden wird es Jahre dauern, bis die von “Harvey” verursachten Schäden wieder beseitigt sind. Die Regenmassen erinnern an Tropensturm “Allison”, der 2001 tagelang im Süden von Texas wütete und Schäden von neun Milliarden Dollar verursachte.

Die Versicherungskonzerne Hannover Rück und Münchener Rück gehen davon aus, dass die versicherten Schäden nicht so hoch sein werden wie bei Hurrikan Katrina 2005 (80 Milliarden Dollar) oder Sandy 2012 (36 Milliarden Dollar). Die Wall Street reagierte auf die Katastrophe zunächst gelassen. Der S&P 500 bewegte sich kaum vom Fleck. Baumarktketten standen hoch im Kurs, denn Anleger setzen darauf, dass der Wiederaufbau ihre Geschäfte ankurbeln wird.

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