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Weltnachrichten

US-Gesundheitsbehörde verschärft Zulassungskriterien für Covid-19-Impfstoffe

FILE PHOTO: A woman holds a small bottle labeled with a "Vaccine COVID-19" sticker and a medical syringe in this illustration taken April 10, 2020. REUTERS/Dado Ruvic

New Jersey (Reuters) - Die US-Gesundheitsbehörde FDA schraubt die Anforderungen für die Zulassung von Coronavirus-Impfstoffen nach oben.

Es müsse zwei Monate lang bei der Hälfte der Testpersonen einer Impfstoffstudie die Wirkung beobachtet werden, teilte die Behörde am späten Dienstag mit. Damit ist es unwahrscheinlich, dass noch vor den US-Präsidentschaftswahlen ein Impfstoff vorliegt. “Bei der Erteilung einer Notfallgenehmigung für ein Covid-19-Impfstoff ist Offenheit und Klarheit angebracht und entscheidend für das Vertrauen der Öffentlichkeit das Vakzin”, sagte Dr. Peter Marks, der verantwortliche FDA-Direktor für die Zulassung von Impfstoffen.

Ein hochrangiger Regierungsbeamter bestätigte, dass das Weiße Haus das Vorgehen der FDA gebilligt habe, was die Hoffnungen von Präsident Donald Trump auf einen Impfstoff noch vor den Wahlen in vier Wochen untergräbt. Trump äußerte sein Missfallen auf dem Kurznachrichtendienst Twitter: “Neue FDA-Regeln erschweren es, die Zulassung von Impfstoffen vor dem Wahltag zu beschleunigen. Nur eine weitere heimtückische politische Attacke!”

Der US-Pharmakonzern Pfizer ist in Kooperation mit dem Mainzer Unternehmen BioNTech voraussichtlich der Erste, der Ergebnisse aus einer klinischen Studie der Phase-III in den USA bekanntgeben könnte. Etwa die Hälfte der 44.000 Probanden hatte die abschließende Dosis des experimentellen Impfstoffkandidaten Ende September erhalten. “Die Mitarbeiter der FDA sind bekannt für ihre hohe Integrität und ihr wissenschaftliches Fachwissen und wir haben volles Vertrauen in ihre Fähigkeit, geeignete Standards für die Genehmigung von Covid-Impfstoffen oder Behandlungsmethoden zu setzen”, schrieb Pfizer-Chef Albert Bourla auf Twitter.

Das Weiße Haus könnte dennoch die Zulassung eines Impfstoffs ohne die zusätzlichen Daten aus der zweimonatigen Beobachtungsphase erzwingen. Dies würde die Regierung in direkten Gegensatz zur FDA setzen und vermuten lassen, dass die Politik bei der Zulassung eines Impfstoffes eine Rolle spiele. Trump hatte mehrfach behauptet, dass noch vor der US-Präsidentschaftswahl am 3. November ein Impfstoff verfügbar sei.

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