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Wirtschaftsnachrichten

US-Industrie erholt sich etwas - "Tief der Corona-Krise durchschritten"

FILE PHOTO: Four thousand U.S. dollars are counted out by a banker counting currency at a bank in Westminster, Colorado November 3, 2009. REUTERS/Rick Wilking/File Photo

Washington (Reuters) - Die US-Industrie hat sich im Mai deutlich vom Corona-bedingten Auftragseinbruch der Vormonate erholt.

Die Bestellungen für langlebige Gebrauchsgüter wie Flugzeuge und Maschinen wuchsen um 15,8 Prozent zum Vormonat, wie das Handelsministerium am Donnerstag mitteilte. Im April hatte es einen Einbruch von 18,1 Prozent gegeben. Über dem Arbeitsmarkt haben sich dagegen die dunklen Wolken jedoch noch nicht verzogen: Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ebbt nur langsam ab.

Insgesamt stellten vorige Woche erneut rund 1,48 Millionen Bürger einen Antrag auf staatliche Stütze, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten einen Rückgang auf 1,3 Millionen erwartet, nach revidiert 1,54 Millionen in der Woche zuvor. Die Corona-Pandemie hat in den USA Vollbeschäftigung in Massenarbeitslosigkeit umschlagen lassen: Mehr als 20 Millionen Amerikaner verloren im April ihren Job, bevor im Mai ein vorläufiges Ende des Abwärtstrends einsetzte und rund 2,5 Millionen Jobs geschaffen wurden.

“KONJUNKTURSORGEN BLEIBEN”

“Die Daten signalisieren, dass das Tief der Corona-Krise durchschritten sein könnte”, sagte Helaba-Analyst Patrick Boldt mit Blick auf Arbeitslosenanträge und Industrieaufträge. “Dennoch bleiben die Konjunktursorgen vorerst bestehen, da die Zahl der Corona-Neuinfektionen in einigen Regionen der USA noch sehr hoch ist.

Der Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, Larry Kudlow, rechnet allerdings damit, dass die Konjunktur bald wieder Fahrt aufnimmt. In der zweiten Jahreshälfte sei mit zweistelligen Wachstumsraten zu rechnen, sagte er dem Sender Fox News. Auch die Arbeitslosigkeit werde zurückgehen, so dass die Quote Ende des Jahres bei unter zehn Prozent landen werde. Zuletzt lag sie bei 13,3 Prozent.

Die US-Wirtschaft steckt wegen der Pandemie in einer tiefen Rezession. Der Internationale Währungsfonds rechnet in diesem Jahr mit einem Einbruch des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von acht Prozent. Im ersten Quartal war das BIP mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 5,0 Prozent geschrumpft. Das ist der stärkste Rückgang seit den Jahren der Finanzkrise 2007-09, weil privater Konsum, Investitionen und Exporte deutlich sanken. Für das zweite Quartal wird ein noch tieferer Einbruch erwartet, da der Kampf gegen die Pandemie zu umfangreichen Werks- und Geschäftsschließungen führte.

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