October 23, 2011 / 9:29 AM / 7 years ago

Obama verteidigt Truppenabzug aus dem Irak

U.S. President Barack Obama speaks to troops at Camp Victory in Baghdad, April 7, 2009. REUTERS/Jim Young (IRAQ POLITICS MILITARY)

Washington/Duschanbe (Reuters) - US-Präsident Barack Obama hat die Entscheidung für den Abzug fast aller Truppen aus dem Irak gegen Kritik verteidigt.

Die Strategie, den Irak-Krieg zu beenden, sei aufgegangen, sagte Obama am Wochenende in seiner Radio- und Internetansprache. Außenministerin Hillary Clinton versicherte dem ölreichen Land, die USA wollten weiterhin enge Beziehungen mit der Regierung in Bagdad unterhalten. Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki kündigte weitere Gespräche mit den USA darüber an, wie die militärische Zusammenarbeit künftig aussehen könnte.

Obama hatte am Freitag den Abzug fast aller amerikanischen Soldaten aus dem Irak bis zum Jahresende angekündigt. Bis auf ein kleines Kontingent an Wachpersonal und vermutlich einen Teil der Elitetruppen sollen die etwa 40.000 Soldaten bis Ende Dezember wieder zu Hause sein. Damit ist der Versuch der USA gescheitert, sich mit der Regierung in Bagdad auf eine weitere Stationierung größerer Verbände zu einigen. Obamas Regierung hatte argumentiert, mehrere Tausend US-Soldaten sollten im Land bleiben, um ein Gegengewicht zu den Streitkräften im benachbarten Iran zu bilden. Der Irak war jedoch nicht bereit, den amerikanischen Soldaten die geforderte Immunität vor Strafverfolgung zu gewähren.

Neben einer Reihe von Republikanern kritisierte auch der unabhängige Senator Joseph Lieberman den Truppenabzug scharf. Die Erklärung von Obama und Maliki sei kein Zeichen des Erfolgs, sondern des Scheiterns, sagte Lieberman. Der Schritt gefährde den Aufbau eines demokratischen und stabilen Iraks, für dessen Ziel so viele Amerikaner und Iraker ihr Leben geopfert hätten.

Eine Koalition unter Führung der USA marschierte 2003 in den Irak ein und stürzte den damaligen Präsidenten Saddam Hussein. Allein auf amerikanischer Seite starben in dem fast neun Jahre dauernden Krieg knapp 4500 Soldaten. Zu Spitzenzeiten waren 190.000 US-Soldaten in dem überwiegend muslimischen Land im Einsatz. Der Einsatz kostete die amerikanischen Steuerzahler mehr als 700 Milliarden Dollar.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below