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"Irma" erreicht Florida Keys - Millionen suchen Schutz
10. September 2017 / 13:25 / in 2 Monaten

"Irma" erreicht Florida Keys - Millionen suchen Schutz

Fort Myers (Reuters) - Die ersten Ausläufer des gefürchteten Wirbelsturms “Irma” haben am Sonntagmorgen (Ortszeit) die USA erreicht.

Heavy wind is seen along Ocean Drive in South Beach as Hurricane Irma arrives at south Florida, in Miami Beach, Florida, U.S., September 10, 2017. REUTERS/Carlos Barria

Der nördliche Rand des riesigen Hurrikans traf zunächst auf die dem Festland vorgelagerte Inselgruppe der Florida Keys. Im Laufe des Tages sollte “Irma” dem National Hurricane Center (NHC) zufolge Kurs auf die am Golf von Mexiko gelegene Westküste von Florida mit Metropolen wie Tampa und St. Petersburg nehmen. Es wurde mit Sturmfluten und viereinhalb Meter hohen Wellen gerechnet. Millionen Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Zuvor hatte “Irma” - einer der stärksten gemessenen Atlantik-Stürme - Karibikinseln verwüstet und dort mindestens 22 Menschen das Leben gekostet.

In Florida hatte die Furcht vor dem Wirbelsturm eine regelrechte Massenflucht ausgelöst. Die Behörden in dem als Touristen- und Rentnerparadies bekannten Bundesstaat forderten rund ein Drittel der insgesamt etwa 20 Millionen Einwohner auf, ihre Häuser zu verlassen. Weil sich auf den Autobahnen Staus bildeten und einigen Tankstellen der Sprit ausging, wurde diese wohl beispiellose Evakuierung zu einem Wettlauf gegen die Zeit. Die Nacht zum Sonntag verbrachten Hunderttausende in zum Teil überfüllten Notunterkünften oder in ihren verbarrikadierten Häusern. In Miami wurde eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Durch Stromausfälle saßen Hunderttausende Menschen im Dunkeln. Hunderte Flüge wurden gestrichen.

AUSWÄRTIGES AMT RICHTET NOTFALLNUMMERN UND KRISENSTÄBE EIN

Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte, es stehe in engem Kontakt mit den US-Behörden. Zudem sei eine Notfallnummer für Anrufer aus Deutschland (030-5000-3000) geschaltet worden. Für Anrufer aus den USA sei die Botschaft in Washington erreichbar (001-202-298-4000). Dort sei auch ein Krisenstab eingerichtet worden, und in Atlanta kümmere sich ein regionales Team um die Belange von Bundesbürgern.

Experten gingen davon aus, dass Sturm und Überschwemmungen massive Schäden anrichten werden. Die Versicherer stellten sich auf ein Volumen von 15 bis 50 Milliarden Dollar ein. “Einen so katastrophalen Sturm hat unser Bundesstaat noch nie erlebt”, sagte Floridas Gouverneur Rick Scott. “Beten Sie für uns”, bat er in einem Interview mit ABC News.

Das NHC wechselte je nach Entwicklung von “Irma” zwischen den Kategorien vier und fünf. Seit 1851 wurden die USA erst drei Mal von einem Hurrikan der höchsten Stufe getroffen. Zudem ist “Irma” laut Katastrophenschutz deutlich größer als “Andrew”, der 1992 als bislang letzter Sturm der Kategorie fünf die USA traf.

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