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USA verbannen Kaspersky-Software aus Behörden - Kreml empört
14. September 2017 / 09:28 / vor 7 Tagen

USA verbannen Kaspersky-Software aus Behörden - Kreml empört

An employee works near screens in the virus lab at the headquarters of Russian cyber security company Kaspersky Labs in Moscow July 29, 2013. If you want to hack a phone, order a cyber attack on a competitor's website or buy a Trojan programme to steal banking information, look no further than the former Soviet Union. Picture taken July 29, 2013. To match Feature RUSSIA-CYBERCRIME/ REUTERS/Sergei Karpukhin (RUSSIA - Tags: SCIENCE TECHNOLOGY CRIME LAW BUSINESS) - GM1E98N016B01

Washington/Moskau (Reuters) - Die US-Regierung verbietet den Behörden wegen Spionageverdachts die Nutzung von Produkten der populären russischen Sicherheitssoftwarefirma Kaspersky.

Der Einsatz von deren Anti-Virus-Software könne die nationale Sicherheit gefährden, begründete die Regierung von Präsident Donald Trump ihre Vorgabe. Sie äußerte den Verdacht, dass Kaspersky anfällig für eine Einflussnahme durch das Präsidialamt in Moskau sei. Dieses kritisierte den Schritt. “Solche Aktionen konterkarieren den fairen Wettbewerb und internationale Regeln”, sagte ein Kreml-Sprecher. Sie stellten außerdem die Zuverlässigkeit der USA als Partner infrage. Die russische Regierung werde Unternehmen wie Kaspersky unterstützen, wo das möglich sei.

Das US-Heimatschutzministerium forderte die Behörden auf, den Gebrauch der fraglichen Software binnen 90 Tagen zu beenden. Es bestehe die Gefahr, dass die russische Regierung allein oder in Zusammenarbeit mit Kaspersky den Zugang des Unternehmens zu Regierungsinformationen ausnutzen könnte. Die Entscheidung sei nach einer Risikoanalyse getroffen worden, sagte Rob Joyce, im US-Präsidialamt zuständig für Cyber-Sicherheit. Kaspersky erhalte nun die Möglichkeit, schriftlich Stellung zu nehmen.

Die weltweit aktive Softwarefirma, die zu den bekanntesten Anbietern in dem Bereich gehört, wies die Vorwürfe erneut zurück und erklärte, diese beruhten auf falschen Anschuldigungen und fehlerhaften Annahmen. Das Unternehmen hat wiederholt beteuert, keine Beziehungen zu Regierungen zu unterhalten und keine Hilfestellung bei Cyber-Spionage zu leisten. In der vergangenen Woche hatte der größte US-Elektronikhändler Best Buy bekanntgegeben, die Produkte der russischen Firma aus den Regalen zu nehmen.

Kaspersky bietet auch im deutschsprachigen Raum Programme zum Schutz von PCs und mobilen Geräten an. Zu seinen Kunden zählt das 1997 gegründete Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 400 Millionen Privatpersonen und rund 270.000 Unternehmen. Die finanziellen Auswirkungen der US-Entscheidung dürften jedoch gering sein. Die Behörden gaben zuletzt lediglich wenige Hunderttausend Dollar für Kaspersky-Programme aus, wie aus Einkaufs-Datenbanken hervorgeht.

Die US-Regierung untersagte zudem den geplanten Verkauf des Chipkonzerns Lattice Semiconductor an eine US-Beteiligungsgesellschaft mit Verbindungen nach China. Diese Transaktion stelle ein Risiko für die nationale Sicherheit dar, sagte Finanzminister Steven Mnuchin. Der angestrebte Kauf durch eine amerikanische Beteiligungsgesellschaft wäre nach Reuters-Recherchen indirekt von der chinesischen Regierung mitfinanziert worden. Der Bieter Canyon Bridge Capital Partners steht außerdem über mehrere Ecken in Verbindung mit dem Weltraum-Programm der Volksrepublik.

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