November 13, 2019 / 3:23 PM / 22 days ago

Fed-Chef signalisiert vor Kongress vorläufiges Ende der Zinssenkungen

FILE PHOTO: Federal Reserve Chair Jerome Powell holds a news conference following the Oct. 29-30 Federal Open Market Committee meeting in Washington, U.S., October 30, 2019. REUTERS/Sarah Silbiger/File Photo

Washington (Reuters) - Trotz des anhaltenden Zollkonflikts peilt die US-Notenbank Fed vorerst keine weiteren Zinssenkungen an.

Die Aussichten für die Wirtschaft blieben grundsätzlich “günstig”, sagte Fed-Chef Jerome Powell am Mittwoch bei einer Anhörung vor einem Kongressausschuss. Zugleich bekräftigte er, die geldpolitische Haltung werde “wahrscheinlich angemessen bleiben”. Dies gilt als Zeichen an Investoren und Politik, dass die Notenbank vorerst die Füße stillhalten will.

Die Fed hatte den Leitzins jüngst zum dritten Mal in Folge gesenkt - um einen weiteren Viertelpunkt auf die neue Spanne von 1,5 bis 1,75 Prozent. Als Hauptgrund dafür galten die vom internationalen Zollstreit ausgelösten Unsicherheiten im Handel. US-Präsident Donald Trump zufolge steht die Unterzeichnung des Handelsabkommens mit China zwar kurz bevor. Allerdings werde er einem Vertrag nur zustimmen, wenn er gut für die USA sei, warnte er. Mit diesen widersprüchlichen Signalen zur Handelspolitik hat er unter Investoren für Rätselraten und neue Unsicherheit gesorgt.

Powell sagte, die Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Handelspolitik laste auch auf dem Geschäftsklima und den Investitionen. Dies sei allerdings nur “ein Aspekt” des Konjunkturbildes. Der Arbeitsmarkt laufe rund und es gebe keine Hinweise darauf, dass er überhitze. Auch wenn der Aufschwung nun schon elf Jahre andauere, gebe es keine Gründe dafür, dass er nicht weitergehen können. Die Notenbank werde ihr Bestes tun, um den Aufschwung zu stützen: “Die Geldpolitik ist gut platziert”, fügte er hinzu.

US-Präsident Trump, der Ende 2020 seine Wiederwahl anstrebt, hat die unabhängigen Währungshüter immer wieder gedrängt, die Zinsen drastisch zu senken, um die Wirtschaft zu stützen. Vor dem Ausschuss darauf angesprochen, sagte Powell: “Politische Faktoren berücksichtigen wir nicht.”

Die Fed hat vor dem Hintergrund des Handelskonflikts und einer sich abkühlenden Konjunktur allerdings eine grundlegende Wende von Zinserhöhungen zu -Senkungen hingelegt: Sie hatte den Preis des Geldes 2018 vier Mal erhöht, steuerte dann um und erhöhte die Zinsen 2019 drei Mal. Zugleich vollzog sie eine Kehrtwende in ihrer Bilanzpolitik: Während sie ihr in der Zeit nach der Finanzkrise kräftig aufgeblähtes Portfolio zunächst um monatlich 50 Milliarden Dollar eindampfte, weitet sie es vorerst nun wieder um 60 Milliarden Dollar pro Monat aus. Der Anlass für das Umschalten waren Liquiditätsengpässe am Geldmarkt, die die Fed künftig vermeiden möchte. Powell sagte dazu vor dem Ausschuss: “Wir haben es unter Kontrolle.”

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