May 14, 2010 / 3:22 PM / 10 years ago

Erholung in US-Wirtschaft gewinnt an Schwung

Washington (Reuters) - Die Erholung der US-Wirtschaft hat im April deutlich an Schwung gewonnen.

Das Verarbeitende Gewerbe steigerte seine Produktion um 0,8 Prozent und damit stärker als von Analysten erwartet, wie die US-Notenbank am Freitag mitteilte. “Der Zuwachs bei der Produktion erstreckt sich breit über die Branchen”, hieß es. “Die Zahlen sind robust und zeigen, dass die Erholung der Industrie intakt ist”, sagte Helaba-Experte Ralf Umlauf. An den Börsen fanden die Konjunkturdaten allerdings keinen Widerhall, die Aktienindizes gaben wegen der europäischen Schuldenkrise nach.

Der Aufschwung kommt in den USA auch bei den Verbrauchern an, die Einzelhändler erwirtschafteten den siebten Monat in Folge höhere Umsätze. Der Anstieg war zudem stärker als von Analysten erwartet. Binnen Monatsfrist steigerten die Händler nach Angaben des Handelsministeriums ihre Erlöse um 0,4 Prozent. “Das sieht wie eine sehr solide Erholung aus”, sagte Bob Mellman von JP Morgan.

Überraschend stiegen die Autoverkäufe an, nachdem sie bereits im März in die Höhe geschnellt waren - und nachdem die Daten der Autokonzerne auf einen Rückgang hingewiesen hatten. Doch auch die übrigen Einzelhändler lagen im Plus: Ohne Autos hatten die Händler 0,4 Prozent mehr in den Kassen. Das stützt Hoffnungen, dass die US-Verbraucher wieder in Kauflaune sind - trotz der immer noch hohen Arbeitslosigkeit.

Die US-Wirtschaft wächst seit der zweiten Jahreshälfte 2009 wieder. Noch wurde die schwerste Rezession seit den 1930er Jahren aber noch nicht für beendet erklärt: Anders als in Deutschland endet eine derartige Schwächephase in den USA nicht damit, dass die Wirtschaftsleistung wieder zulegt. Vielmehr entscheidet in den USA das Nationale Wirtschaftsforschungsinstitut NBER darüber, wann eine Rezession beendet ist.

Allerdings sprechen einige Anzeichen dafür, dass die Erholung weitergeht: So besserte sich das Vertrauen der US-Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes. Der entsprechende Index von Reuters und der Universität Michigan stieg im Mai nach vorläufigen Berechnungen vom Freitag auf 73,3 Punkte von 72,2 Zählern im Vormonat. Volkswirte hatten im Schnitt mit 73,5 Punkten gerechnet. Der Index gilt als wichtiges Konjunkturbarometer, das die Stimmung und das Kaufverhalten der US-Verbraucher im Voraus anzeigt. Die Konsumausgaben machen etwa zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung aus.

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