15. Oktober 2010 / 15:24 / in 7 Jahren

Fed-Chef Bernanke spricht sich fürs Gelddrucken aus

Boston/Washington (Reuters) - US-Notenbankchef Ben Bernanke will der lahmen US-Konjunktur mit weiteren Geldspritzen auf die Beine helfen.

<p>U.S. Federal Reserve Board Chairman Ben Bernanke speaks at the Federal Reserve Bank of Boston in Boston, Massachusetts October 15, 2010. REUTERS/Adam Hunger</p>

Die hohe Arbeitslosigkeit und die Gefahr einer Deflation sprächen für eine weitere Lockerung der Geldpolitik, sagte Bernanke am Freitag in Boston. Gleichzeitig linderten gemischte Konjunkturdaten die Ängste vor einem Rückfall der US-Wirtschaft in eine Rezession nur geringfügig.

Mit seinen Äußerungen signalisierte Bernanke, dass die Federal Reserve bereits bei ihrem nächsten Treffen Anfang November beschließen dürfte, erneut die Notenpresse anzuwerfen, indem sie Staatsanleihen kauft und so Milliarden von Dollar in den Wirtschaftskreislauf leitet. Wie aggressiv die Notenbank dabei vorgehen will, blieb jedoch unklar - Details zum genauen Zeitpunkt und dem Umfang eines solchen Programms blieb Bernanke schuldig. Die US-Notenbank müsse die Kosten und Nutzen noch abwägen, sagte Bernanke lediglich.

Börsianer zeigten sich dennoch erleichtert über die Aussicht auf weitere Hilfen der Fed: Der Deutsche Aktienindex (Dax) stieg in Folge seiner Äußerungen auf den höchsten Stand seit zwei Jahren, bevor er wegen neuer Konjunktursorgen wieder unter Druck geriet. Neben den schwachen Verbrauchervertrauen aus den USA enttäuschte auch der als Stimmungsbarometer geltende Mischkonzern General Electric mit seiner Quartalsbilanz.

Die US-Notenbank hat seit den ersten Anzeichen für eine neue Schwächephase der US-Wirtschaft stetig die Erwartungen geschürt, dass sie ein neues Programm zum Kauf von Anleihen auflegen wird. Volkswirte erwarten im Schnitt, dass die Währungshüter dabei noch vor dem Jahresende 500 Milliarden Dollar ausgeben werden. Die Aussicht auf diese Geldschwemme hat den Dollar in den vergangenen Wochen am Devisenmarkt kräftig unter Druck gesetzt und damit auch zu dem internationalen Währungsstreit beigetragen. China etwa wirft den USA vor, mit ihrer Geldpolitik den Dollar bewusst zu schwächen.

Die jüngste Preisentwicklung in den USA verschafft der Fed den nötigen Spielraum für diese sogenannte quantitative Lockerung der Geldpolitik. Die Verbraucherpreise stiegen im September um lediglich 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und damit langsamer als erwartet.

Frische Konjunkturdaten lieferten keinen eindeutigen Aufschluss zum Zustand der US-Konjunktur: Die Einzelhändler steigerten zwar ihre Umsätze zuletzt überraschend stark und schürten damit Hoffnungen, dass die US-Verbraucher trotz der störrisch hohen Arbeitslosigkeit wieder in Kauflaune kommen. Gleichzeitig jedoch ging das Verbrauchervertrauen unerwartet zurück. Der entsprechende Index von Reuters und der Universität Michigan sank auf 67,9 von 68,2 Zählern.

Immerhin gewann die Industrie im US-Bundesstaat New York im Oktober kräftig an Fahrt. Der Index für das Verarbeitende Gewerbe schnellte auf 15,73 Punkte von 4,14 Zählern. Analysten hatten mit einem Anstieg auf plus 6,50 Punkte gerechnet.

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