March 29, 2019 / 1:00 PM / 23 days ago

US-Konsum kommt nicht vom Fleck - Maue Wachstumsaussichten

People tour The Shops during the grand opening of The Hudson Yards development, a residential, commercial, and retail space on Manhattan's West side in New York City, New York, U.S., March 15, 2019. REUTERS/Brendan McDermid

Washington/New York (Reuters) - Die US-Verbraucher haben sich zu Jahresbeginn knauserig gezeigt und damit einer Abkühlung der Konjunktur Vorschub geleistet.

Sie steigerten den Konsum im Januar lediglich um 0,1 Prozent, wie das US-Handelsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Insbesondere beim Autokauf hielten sie sich zurück. Experten hatten mit einem Plus von 0,3 Prozent gerechnet. Besserung zeichnet sich aber ab: Die Verbraucherstimmung hellte sich einer Umfrage der Universität Michigan zufolge im März etwas auf. Das Barometer kletterte um 4,6 auf 97,8 Punkte.

Da auf den privaten Verbrauch rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung entfallen, sind die enttäuschend ausgefallenen Konsum-Daten ein schlechtes Omen für die Konjunkturperspektiven. Für das erste Quartal erwarten Experten auf das Jahr hochgerechnet nur noch ein Plus beim Bruttoinlandsprodukt von 0,9 Prozent. Ende 2018 waren noch 2,2 Prozent herausgesprungen.

Die Notenbank Fed hat den Leitzins nach vier Erhöhungen 2018 zu Jahresbeginn in der Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent belassen und eine längere Pause signalisiert. Der Währungshüter Neel Kashkari sagte dem Sender Fox, diese Auszeit sei sinnvoll. Die zuletzt gekippte Renditekurve an den Anleihemärkten sei Anlass zur Sorge. Die Gefahr einer Rezession steige, auch wenn er nicht von einem Konjunktureinbruch ausgehe, sagte der Chef des Fed-Bezirks von Minneapolis. Die Renditen kurzfristiger Staatsanleihen waren jüngst erstmals seit zwölf Jahren wieder höher als bei den langfristigen Bonds, was Experten als ein Warnzeichen für die Gefahr eines nahenden Konjunktureinbruchs werten. Denn üblicherweise steigt die Verzinsung mit der Laufzeit.

Unter Volkswirten wächst bereits die Erwartung, dass die Fed von Zins-Erhöhungen auf -Senkungen umschwenken wird. Ökonomen zufolge liegt die Wahrscheinlichkeit für mindestens einen solchen Schritt nach unten bis Ende nächsten Jahres bei 40 Prozent, wie eine Reuters-Umfrage ergab. Mehr als ein Drittel der mehr als 100 Volkswirte, die an der Erhebung nach der jüngsten Zinssitzung im März teilnahmen und Vorhersagen bis Ende 2020 abgaben, gehen nun sogar fest von einem Lockerungsschritt bis dahin aus. In der vorangegangenen Umfrage war es lediglich ein Viertel.

Die Notenbank sieht ihr Ziel der Vollbeschäftigung praktisch erreicht und ist auch nahe an der angestrebten Inflationsmarke von zwei Prozent. Die Fed achtet dabei besonders auf Preisveränderungen bei den persönlichen Ausgaben der Verbraucher, wobei Energie- und Nahrungsmittelkosten außen vor bleiben. Diese Teuerungsrate fiel im Januar auf 1,8 Prozent von 2,0 Prozent im Dezember.

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