for-phone-onlyfor-tablet-portrait-upfor-tablet-landscape-upfor-desktop-upfor-wide-desktop-up
Weltnachrichten

Hurrikan Laura erreicht Louisiana - "Schützen Sie Ihr Leben"

Structures near Vermilion Bay are seen in waters brought by Hurricane Laura as it approaches Abbeville, Louisiana, U.S., August 26, 2020. REUTERS/Kathleen Flynn

Port Arthur (Reuters) - Der Hurrikan Laura hat die Küste der USA erreicht.

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern pro Stunde traf der Sturm in den frühen Morgenstunden des Donnerstags die Kleinstadt Cameron im US-Bundesstaat Louisiana, wie das U.S. National Hurricane Center (NHC) mitteilte. “Ergreifen Sie jetzt Maßnahmen, um Ihr Leben zu schützen”, forderte das NHC die Bewohner auf. In dem Gebiet auf dem direkten Weg von Laura leben etwa vier Millionen Menschen. Behördenangaben zufolge sind die meisten nach Evakuierungsbefehlen in sicherere Gebiete aufgebrochen. Der Sturm wurde nach dem Auftreffen auf das Festland von Kategorie vier auf Kategorie drei heruntergestuft. Dennoch wurde befürchtet, dass durch die Sturmflut das Wasser bis zu 65 Kilometer weit ins Land getrieben werden könnte.

“Dies ist einer der stärksten Stürme, die diesen Küstenabschnitt je getroffen haben”, sagte David Roth, ein Meteorologe des Nationalen Wetterdienstes (NWS). “Wir machen uns Sorgen, dass die Sturmflut bis weit ins Landesinnere vordringt. Es gibt wenig, um das Wasser aufzuhalten.” Für viele sei es kaum vorstellbar, dass eine Wasserwand ins Land kommen könne, die so hoch sei wie ein zweistöckiges Haus, sagte Benjamin Schott, ebenfalls NWS-Meteorologe. “Aber genau das wird geschehen.” Es sei möglich, dass man das nicht überleben werde.

Am Donnerstagmorgen (Ortszeit) befand sich das Zentrum des Sturms rund 50 Kilometer nordwestlich von Lake Charles in Louisiana. Es werde sich im Laufe des Tages weiter landeinwärts im Südwesten des Bundesstaates bewegen, teilte das NHC mit. Auf ihrem Weg verlor Laura an Geschwindigkeit, war mit Böen von bis zu 195 Kilometern pro Stunde aber immer noch stark genug, um in dem 22 Stockwerke hohen Capital One Tower in Lake Charles die Fenster einzudrücken.

ÖL- UND CHEMIEINDUSTRIE BEDROHT

Nach den Evakuierungsanordnungen müssen in Louisiana und Texas rund 620.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Doch den Behörden zufolge halten sich viele nicht daran und haben sich entschieden, in ihren Wohnungen zu bleiben.

Port Arthur in Texas, wo sich mehrere Ölraffinerien befinden, glich einer Geisterstadt. In der 54.000 Einwohner zählenden Kommune waren am späten Mittwoch (Ortszeit) nur ein paar Tankstellen und ein Spirituosengeschäft geöffnet. In der Vergangenheit haben Hurrikane wie Harvey und Katrina schwere Zerstörungen an den Standorten der Ölindustrie an der Golfküste angerichtet. Dort befindet sich fast die Hälfte der Ölraffinerie-Kapazitäten der Vereinigten Staaten. Als Harvey 2017 zuschlug, kam es zu Öl- und Chemieunfällen sowie zu starker Luftverschmutzung durch petrochemische Anlagen und Raffinerien.

for-phone-onlyfor-tablet-portrait-upfor-tablet-landscape-upfor-desktop-upfor-wide-desktop-up