May 21, 2010 / 3:03 PM / 10 years ago

BP wegen Informationspolitik zur Ölpest in der Kritik

A boat passes through heavily oiled marsh near Pass a Loutre, Louisiana May 20, 2010. REUTERS/Lee Celano

Houston (Reuters) - Einen Monat nach dem Bohrinsel-Unglück im Golf von Mexiko gerät der Ölmulti BP wegen seiner Informationspolitik immer mehr unter Druck.

Der Konzern setzte sich am Freitag gegen Vertuschungsvorwürfe zur Wehr. Die angegebenen 5000 Barrel pro Tag seien nur eine grobe Schätzung gewesen, sagte ein Sprecher am Freitag in London. Rund die Hälfte der aus dem Leck in rund 1,6 Kilometer Meerestiefe strömenden schwarzen Wolke bestehe vorliegenden Daten zufolge nicht aus Öl, sondern Erdgas. Zudem teilte das Unternehmen mit, dass die Menge des aus einem defekten Bohrloch abgepumpten Öls auf 2000 Barrel nach 5000 Barrel (je 159 Liter) pro Tag gefallen sei. “Der Ausstoß verändert sich, er ist nicht konstant”, sagte BP-Sprecher John Curry.

Der in schwerer Kritik stehende Konzern hatte zuvor mitgeteilt, er pumpe 5000 Barrel pro Tag aus dem defekten Bohrloch ab - was bedeuten würde, dass genau die Menge auf Schiffe umgeladen wird, die nach BP-Schätzungen täglich entweicht. Diese Zahl wird von einigen Wissenschaftlern angezweifelt, die von bis zu 70.000 Barrel am Tag ausgehen. BP selbst räumte ein, “nicht alles austretende Öl” aufzufangen. US-Senatorin Barbara Boxer sprach von einer Verschleierung der wahren Menge. “Es passt einfach nicht”, sagte die Vorsitzende des Umweltschutz-Ausschusses dem Sender CNN und verwies auf Bilder vom Bohrloch.

BP erklärte, seine Ingenieure arbeiteten eng mit US-Wissenschaftler zusammen, um das Ausmaß des ausströmenden Öls zu ermitteln. “Ich verstehe die Frustration”, sagte BP-Operationschef Doug Suttler dem Fernsehsender CBS. “Wir bemühen uns, die Daten so schnell wie möglich weiterzugeben.”

Einige Forscher sind mittlerweile der Auffassung, dass die Katastrophe größere Ausmaße als das “Exxon Valdez”-Unglück von 1989 vor Alaska angenommen hat. Außerdem befürchten sie, dass ein Teil des Ölteppichs bis zur Inselgruppe Florida Keys und nach Kuba geschwemmt werden könnte.

Der Druck auf BP ist immens. Fernsehbilder zeigten, wie Öl in die Sümpfe Louisianas schwappte. An der südlichen Spitze des Mississippi-Deltas verschmutzte eine tiefrote Öl-Schicht kilometerweit die Küste.

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