March 8, 2019 / 6:48 AM / 13 days ago

Trumps Ex-Wahlkampfleiter Manafort zu knapp vier Jahren Haft verurteilt

FILE PHOTO: Donald Trump's campaign manager Paul Manafort looks down from the wings of the stage as Trump celebrates below after his acceptance speech at the Republican National Convention in Cleveland, Ohio, U.S. July 21, 2016. REUTERS/Aaron P. Bernstein/File Photo

Alexandria (Reuters) - Der frühere Wahlkampfleiter von US-Präsident Donald Trump, Paul Manafort, muss wegen Finanzvergehen für fast vier Jahre ins Gefängnis.

Die überraschend milde Haftstrafe von 47 Monaten wurde am Donnerstag von Richter T.S. Ellis am Bezirksgericht von Alexandria im US-Bundesstaat Virginia verkündet. Die Staatsanwaltschaft hatte unter Berufung auf die Leitlinien für derartige Finanzdelikte eine Haftstrafe von 19 bis 24 Jahren gefordert.

Die Strafe blieb sogar hinter der Empfehlung von Manaforts Anwälten zurück, die sich für viereinviertel bis fünfeinviertel Jahre Gefängnis ausgesprochen hatten. Der Richter ordnete zudem eine Strafe von 50.000 Dollar und eine Entschädigungszahlung von 24 Millionen Dollar an. Manafort, der wegen einer Gicht-Erkrankung in einem Rollstuhl in den Gerichtssaal geschoben wurde, sagte, sein Leben liege “beruflich und finanziell in Scherben”. Er hatte den Richter um Gnade gebeten, allerdings keine Reue für seine Vergehen gezeigt. Gleichzeitig bedankte er sich für die Prozessführung, die er als fair bezeichnete.

Manafort war bereits im August wegen Banken- und Steuerbetrugs von einer Jury schuldig gesprochen worden. Ihm war vorgeworfen worden, Millionen Dollar vor der US-Regierung verborgen zu haben, die er als ein Berater der früheren pro-russischen Regierung der Ukraine verdient haben soll. Nach dem Sturz des damaligen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch habe Manafort die Banken belogen. Manafort arbeitete im Jahr 2016 für fünf Monate in Trumps Wahlkampfteam, musste aber seinen Posten räumen, als die Vorwürfe bekannt wurden.

VORWÜRFE FUßEN AUF UNTERSUCHUNG VON SONDERERMITTLER MUELLER

Das jetzt verhängte Urteil sei auch als klare Niederlage für Sonderermittler Robert Mueller zu werten, sagten Prozessbeobachter. Die meisten Vorwürfe gegen den 69-jährigen Manafort gehen auf die Untersuchungen Muellers zurück. Der Prozess gegen Manafort steht aber nicht in direktem Zusammenhang damit. Mueller soll klären, ob der Präsidentschaftswahlkampf 2016 durch Russland beeinflusst wurde und ob Trumps Wahlkampfteam mit Russland zusammengearbeitet hat. Dies bestreiten sowohl Trump als auch die russische Führung. Manafort stehe nicht wegen angeblicher russischer Einflussnahme auf den Wahlkampf vor Gericht, erklärte Richter Ellis.

Manafort muss sich am kommenden Mittwoch einem weiteren Urteil stellen. In einem weiteren Verfahren in Washington werden ihm illegale politische Einflussnahme und Geldwäsche vorgeworfen. Manafort hat sich bereits schuldig bekannt.

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