March 22, 2011 / 11:36 AM / 8 years ago

Merck und Sanofi begraben Kooperation bei Tiermedizin

Paris (Reuters) - Die Pharmariesen Merck & Co und Sanofi-Aventis haben die geplante Zusammenlegung ihrer Tiermedizin-Sparten zur Nummer eins der Branche abgeblasen.

Dies bedeutet nicht nur einen Rückschlag für Bemühungen der beiden Konzerne um Kostensenkungen unter einem zunehmenden Konsolidierungsdruck. Auch Rivalen, die auf zum Verkauf stehende Geschäftsteile wegen Vorgaben der Kartellbehörden aus waren, müssen sich nun voraussichtlich die Wunden lecken. Grund für den Ausstieg aus dem vor einem Jahr vereinbarten Joint Venture seien die zunehmenden Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Pläne, teilten die beiden Unternehmen am Dienstag mit.

Vor allem der geplante Verkauf von einzelnen Geschäftsteilen der Tiermedizin als auch die Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden drohten sich in die Länge zu ziehen. Der französische Sanofi-Konzern und sein US-Rivale Merck wollten im Zuge der Gründung ihres Joint Ventures vorab einzelne Bereiche verkaufen, um mögliche Angriffsflächen für die Kartellämter zu beseitigen. Zuletzt hieß es aber in mit der Situation vertrauten Kreisen, der Verkaufsprozess verlaufe zäh und gestalte sich schwieriger als erwartet.

“Die Absage bedeutet auch, dass sich Bayer und Novartis, die als Interessenten für abzuspaltende Teile des Joint Ventures gehandelt wurden, sich nun woanders nach Übernahmen umschauen müssen”, kommentierten die Analysten von Kepler Capital Markets. Bayer, Boehringer Ingelheim und der Schweizer Pharmariese Novartis hatten Kreisen zufolge Gebote eingereicht, auch der Name des US-Konzerns Eli Lilly wurde zuletzt genannt.

Mit einer Zusammenlegung ihrer Tiermedizin-Sparten hätten Sanofi und Merck den US-Konzern Pfizer als Branchenprimus in der Tiermedizin abgelöst mit fast einem Drittel Marktanteil und einem Jahresumsatz von rund 5,5 Milliarden Dollar. Beide Unternehmen betonten am Dienstag an ihrem Tiermedizingeschäft festzuhalten. Sanofi ist mit seiner Sparte Merial, die Merck und die Franzosen schon einmal gemeinsam führten, vor allem im Geschäft mit Präparaten für Haustiere aktiv. Die im Vergleich dazu größere Sparte Intervet von Merck konzentriert sich vor allem auf Nutztiere. Sanofi kam 2010 in der Tiermedizin auf Umsätze von 2,6 Milliarden Dollar, bei Merck & Co waren es 2,9 Milliarden Dollar.

Sanofi-Aventis-Aktien notierten am Vormittag in Paris kaum verändert.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below