October 16, 2018 / 5:46 AM / a month ago

Microsoft-Mitgründer Paul Allen gestorben

Seattle Seahawks owner and Microsoft co-founder Paul Allen (L) and New York Jets owner Woody Johnson walk on the floor at the New York Stock Exchange prior to ringing the opening bell January 30, 2014. REUTERS/Brendan McDermid (UNITED STATES - Tags: BUSINESS SPORT FOOTBALL)

Bangalore (Reuters) - Der Microsoft-Mitgründer und Multimilliardär Paul Allen ist tot. Er starb nach Angaben seiner Familie am Montag im mit 65 Jahren an Krebs.

Erstmals war die Krankheit in den 80er Jahren bei ihm aufgetreten. Allen lebte zuletzt zurückgezogen in seiner Heimatregion Seattle im Nordwesten der USA. Der Rock-Musik-Fan sammelte Kunst, baute medizinische Forschungsinstitute auf, investierte in Immobilien-Projekte und Sport-Clubs - und auch in Jachten. Microsoft-Chef Satya Nadella lobte ihn als einen ruhigen und hartnäckigen Mann, der die Welt verändert habe. Mitgründer Bill Gates sagte: “Der Tod eines meiner besten und ältesten Freunde bricht mir das Herz.”

Allen hatte seinen Schulfreund Bill überredet, die Harvard-Universität zu verlassen und 1975 mit ihm Mircosoft zu gründen. Den Namen schuf Allen aus der Kombination von Micro-Computer und Software. Während Gates sich mit der Zeit vor allem um die geschäftliche Seite der Firma kümmerte, war Allen der Mann für die technische Entwicklung. Er forcierte mit dem Betriebssystem MS-DOS und dem Textverarbeitungsprogramm “Word” den Siegeszug des Heim-Computers.

ALLEN VERLIESS FIRMA NACH ZERWÜRFNIS MIT GATES

1983 verließ Allen Microsoft allerdings nach einem Zerwürfnis mit Gates. Grund war, dass Gates und der spätere Microsoft-Chef Steve Ballmer ihm vorwarfen, seine Programme seien nicht mehr die Spitze der technischen Entwicklung. Laut Allen sollen sie eine Intrige geschmiedet haben, seinen Einfluss in der Firma zurückzudrängen. Gates und Ballmer entschuldigten sich zwar, aber Allen ging dennoch.

Mit seinem Anteil von 28 Prozent an der Firma wurde er nach dem Börsengang von Microsoft im Jahr 1986 mit einem Schlag Multimillionär. Im Jahr 1999 - kurz vor dem Platzen der Internet-Blase - betrug sein Vermögen dann rund 30 Milliarden Dollar. Das Magazin “Forbes” schätzte es kürzlich noch auf über 20 Milliarden Dollar. Allen gehörte damit zu den 50 reichsten Menschen der Erde.

Sein Geld investierte er in ganz unterschiedliche Projekte: So gründete er in der Nähe von Seattle ein Hirnforschungs-Zentrum vor dem Hintergrund der Alzheimer-Erkrankung seiner Mutter. Auf der anderen Seite steckte er auch rund 250 Millionen Dollar in ein Museum für sein Rock-Idol Jimi Hendrix. Während er mit Investitionen in die Technologie-Branche viel Geld verlor, hatte er mit solchen in Sport-Clubs mehr Glück. So kaufte er das Basketball-Team der Portland Trail Blazers, das die vorherigen Eigentümer aus seiner Heimat nach Kalifornien verlegen wollten. Auch das Football-Team der Seattle Seahawks vervielfachte seinen Wert nach dem Kauf durch Allen.

Allen hielt als Technologie-Visionär immer noch 42 Patente. Schon 1977, lange vor Internet, Handy und Tablet, hatte er geschrieben: “Ich glaube, dass der Heim-Computer ein Gerät wird, das die Menschen mit sich herum tragen. Ein Gefährte, der für sie Tausende persönliche Dinge erledigt, sie an Termine erinnert, Notizen macht und die Bankgeschäfte übernimmt.”

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