November 30, 2018 / 7:50 AM / 11 days ago

Wie Microsoft Apple die Krone abjagen konnte

The Microsoft sign is shown on top of the Microsoft Theatre in Los Angeles, California, U.S. October 19,2018. REUTERS/Mike Blake

San Francisco (Reuters) - Der Software-Riese Microsoft hat dem Silicon-Valley-Urgestein Apple die Spitzenposition als weltvollstes börsennotiertes Unternehmen weggeschnappt.

Der zwischenzeitlich bereits totgesagte Konzern aus dem US-Bundesstaat Washington profitiert vom rasanten Wachstum seiner immer wichtiger werdenden Cloud-Sparte. Im Folgenden finden sie einige Gründe für diese Entwicklung:

WAR DAS ÜBERHOLMANÖVER ABSEHBAR?

Vor acht Jahren erreichte Apple erstmals eine höhere Marktkapitalisierung als der Windows-Anbieter. Damals kämpfte der von Bill Gates und Paul Allen 1975 gegründete Konzern mit der schwachen Nachfrage nach Computern. Indirekt trug Apple daran mit dem unaufhaltsamen Aufstieg seiner iPhones eine Mitschuld. Seither hatte Apple an jedem einzelnen Handelstag die Nase vor Microsoft. Am Mittwoch jedoch kehrten sich dann die Vorzeichen um: Mit etwa 848 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung lag der Softwarekonzern rund drei Milliarden Dollar vor Apple.

WAS GIBT MICROSOFT MOMENTUM?

Der seit 2014 amtierende Firmenchef Satya Nadella hat bei Microsoft mit der Fokussierung aufs Cloud-Geschäft das Ruder herumgerissen. Kontinuierlich reduzierte er die Abhängigkeit vom Betriebssystem Windows. Mit der Cloud-Tochter “Azure” ist Microsoft zur Nummer zwei im Markt hinter “AWS” von Amazon aufgestiegen. Den beiden Anbietern wie auch Google ist gemein, dass sie zum einen Privat- wie auch Geschäftskunden Speicherplatz in der Datenwolke zur Verfügung stellen. Zum anderen verkaufen sie die dafür nötige Software.

Der Trend zur Cloud dauert an, da die Unternehmen dadurch auf eigene, teure Rechenzentren verzichten können und Cloud-Softwareanwendungen mehr Flexibilität versprechen. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 setzte Microsoft 76 Prozent mehr in der Sparte um.

WIE STEHT ES UM APPLE?

Im Gegensatz zu Microsoft konnte der von Steve Jobs mitgegründete Konzern bisher seine Abhängigkeit vom Hauptprodukt iPhone kaum verringern. Die Verkäufe der inzwischen zahlreichen iPhone-Modelle machen mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes aus. Damit ist das Unternehmen aus Cupertino besonders anfällig für Bewegungen auf dem nahezu gesättigten Smartphone-Markt, der seit geraumer Zeit kaum noch wächst. Zwar nimmt Apple mit seinem Fokus auf Luxusgeräte eine Sonderposition ein, aber auch davon haben immer mehr Menschen weltweit eins in der Hosen- oder Jackentasche. Jüngst setzte der Aktie zu, dass Analysten davon ausgehen, Apple könne im laufenden Weihnachtsgeschäft die Erwartungen nicht erfüllen. Vor allem in Schwellenländern lief es zuletzt nicht rund. Zusätzlich für Unruhe bei Analysten sorgte die neue Zugeknöpftheit des US-Konzerns, der künftig nicht mehr die iPhone-Verkaufszahlen veröffentlichen will.

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