July 24, 2009 / 11:27 AM / in 11 years

Microsoft versetzt Technologiebranche Dämpfer

A model poses beside various Microsoft Windows system logos during the 2009 Computex exhibition in Taipei June 2, 2009. CREUTERS/Nicky Loh (TAIWAN BUSINESS SCI TECH)

New York (Reuters) - Microsoft hat die von Intel gestifteten Hoffnungen für die Technologiebranche zerschlagen.

Nach jahrzehntelangen Steigerungen verbuchte der größte Softwarehersteller erstmals in seiner Geschichte weniger Verkäufe seines Flaggschiffs, des Betriebssystems Windows. Der Branchenprimus findet seit Monaten kein Mittel gegen die Flaute auf dem weltweiten PC- und Server-Markt und erlitt im vierten Quartal des zum 30. Juni endenden Geschäftsjahres einen überraschend hohen Umsatzrückgang. Neben dem Chipausrüster Intel halten sich auch die direkten Konkurrenten IBM und Apple deutlich besser im Rennen.

Microsoft machte zudem wenig Hoffnungen auf eine baldige Kehrtwende. “Die Lage wird sich nicht unbedingt verbessern, aber wir könnten die Talsohle erreicht haben”, sagte Finanzchef Christopher Liddell nach der Vorlage des Zwischenberichts in der Nacht zu Freitag. “In der Folge erwarten wir wenigstens ein kleines bisschen Wachstum.”

Weltweit laufen 90 Prozent aller PCs mit Windows. Schwächen der jüngsten Version Vista, kartellrechtliche Zugeständnisse bei der Gestaltung des Programms und Googles Pläne für ein Konkurrenzprodukt zehren aber an dem Branchenriesen. Microsoft kündigte Ende Juni zudem wegen der Wirtschaftskrise eine Preissenkung für die nächste Windows-Version an, die im Oktober auf den Markt kommt.

Wie am Freitag die südkoreanischen Speicherchiphersteller Samsung Electronics und Hynix äußerten sich auch Intel und IBM in der vergangenen Woche viel zuversichtlicher. Demnach legte der PC-Markt zuletzt deutlich zu und IBM schraubte seine Jahresprognose kräftig hoch. Seither erlebten die Aktien der Branche einen rasanten Aufschwung. Den dürfte Microsoft vorerst stoppen. Nachbörslich stürzte der Kurs des bei Washington ansässigen Konzerns um acht Prozent ab und zog den ganzen Markt mit.

MICROSOFT NUR EIN BEISPIEL FÜR DÜRFTIGE UMSÄTZE IN BRANCHE

Im Schlussquartal brach der Umsatz das zweite Mal in Folge ein. Diesmal ging er binnen Jahresfrist um 17 Prozent auf 13,1 Milliarden Dollar zurück. Von Experten war mit 14,5 Milliarden Dollar deutlich mehr erwartet worden. Im dritten Quartal lagen die Erlöse bei 13,6 Milliarden Dollar, ein Minus von sechs Prozent. Der Nettogewinn schrumpfte um 29 Prozent auf rund drei Milliarden Dollar.

“Der Umsatz ist wirklich schwach”, sagte ein US-Analyst. “Jetzt müssen sie erst einmal erklären, wo das Geld geblieben ist.” Für die Branche sei das Microsoft-Ergebnis eine Erinnerung daran, dass die Umsatzzahlen auch bei anderen Unternehmen dürftig ausgefallen seien, sagten andere. Gewinne seien wie bei IBM vor allem durch harte Sparmaßnahmen erzielt worden. Auch Microsoft schickt tausende Mitarbeiter weg. Im Januar kündigte der Konzern den Abbau von 5000 Stellen und damit fünf Prozent der Belegschaft an.

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