June 8, 2020 / 5:23 AM / a month ago

Friedliche Kundgebungen in den USA fordern Polizeireformen

Police officers kneel during a protest against racial inequality in the aftermath of the death in Minneapolis police custody of George Floyd, in Pasadena, Texas, U.S. June 7, 2020. REUTERS/Callaghan O'Hare TPX IMAGES OF THE DAY

New York (Reuters) - Die durch die Tötung des Afroamerikaners George Floyd ausgelöste Protestwelle in den USA gegen Rassismus und Polizeigewalt hat sich am Sonntag friedlich fortgesetzt.

Bei den Märschen durch die Metropolen war die Stimmung der Teilnehmer überwiegend fröhlich und hatte nichts mehr mit den Ausschreitungen voller Wut und Gewalt der vergangenen zwei Wochen gemein. Grund für den Stimmungswechsel ist, dass die Forderungen der Demonstranten nach Polizeireformen unter anderem in Minneapolis und New York Gehör fanden: Als Konsequenz aus dem gewaltsamen Tod von George Floyd werde die Polizeibehörde von Minneapolis nach eindeutiger Mehrheitsentscheidung des Stadtrats aufgelöst, erklärte Alondra Cano, Mitglied des Stadtrats von Minneapolis, auf Twitter. Das derzeitige Polizeisystem sei nicht reformierbar.

In New York marschierten am Sonntagnachmittag mindestens ein halbes Dutzend lose organisierte Gruppen bei strahlendem Sonnenschein durch Manhattan. Sie trugen handgefertigte Schilder auf denen zu lesen war “Finanziert die Schulen, nicht die Polizei” (“Defund the Police, Fund Schools”). New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio hatte zuvor die Aufhebung der Ausgangssperre für Sonntag angekündigt, einen Tag früher als geplant. Es stünden nun eine Reihe von Reformen an, um das Vertrauen zwischen den Bewohnern der Stadt und der Polizei wieder aufzubauen, sagte de Blasio. Dafür sollen Teile des Polizeibudgets künftig in Jugend- und Sozialdienste fließen. Auch die Verfolgung von illegalen Straßenhändlern würde nicht mehr in den Händen der Polizei liegen, da die Vorschriften in der Vergangenheit oftmals zur Diskriminierung von Minderheiten missbraucht worden seien, so der Bürgermeister.

In Washington knieten am Sonntagnachmittag nach Berichten in den sozialen Medien Tausende Demonstranten auf der Straße vor dem Weißen Haus und skandierten “Ich kann nicht atmen.” Am neu errichtete Zaun um den Regierungssitz des US-Präsidenten Donald Trump wurden von Demonstranten Schilder angebracht auf denen unter anderem zu lesen stand: “Black Lives Matter” und “Keine Gerechtigkeit, kein Frieden” (“No Justice, No Peace”).

Die Proteste hatten sich an der Tötung des Afroamerikaners George Floyd in Minneapolis am 25. Mai entzündet. Er starb, nachdem ein weißer Polizist ihn fast neun Minuten mit dem Knie auf dem Hals zu Boden gedrückt hatte und auch dann nicht von ihm abließ, als dieser mehrfach flehte, er bekomme keine Luft. Der Vorfall wurde mit einer Handykamera festgehalten. Er löste tägliche Demonstrationen in zahlreichen US-Städten aus, bei denen es am Rande zu teils schweren Ausschreitungen kam. Ab vergangenen Mittwoch begann die Gewalt dann merklich abzuebben, nachdem die vier am Einsatz gegen Floyd beteiligten Beamten festgenommen wurden. Am Samstag blieb es bei Anti-Rassismus-Protesten mit Zehntausenden Teilnehmern in der ganzen Welt überwiegend friedlich.

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