June 3, 2020 / 5:09 AM / a month ago

Proteste in den USA gegen Rassismus bleiben weitgehend friedlich

Demonstrators gather during a protest against the death in Minneapolis police custody of George Floyd, in the Manhattan borough of New York City, U.S., June 2, 2020. REUTERS/Jeenah Moon

Washington/Minneapolis (Reuters) - Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz ist es in den USA den achten Tag in Folge zu Protesten gekommen.

In Städten wie Philadelphia, Atlanta, Denver und Seattle blieb es dabei in der Nacht zu Mittwoch weitgehend friedlich. In Portland, Los Angeles und New York City kam es vereinzelt zu Ausschreitungen, die sich aber in Grenzen hielten. In Washington blieben viele Menschen auch nach Einbruch der Dunkelheit trotz Ausgangssperre auf den Straßen.

US-Präsident Donald Trump hatte die Demonstranten als Rowdys und Schlägertypen (“hoodlums” und “thugs”) bezeichnet und mit dem Einsatz der Nationalgarde und des Militärs gedroht. Seine Rhetorik wurde auch am Dienstag kritisiert. “Amerika ist kein Schlachtfeld”, twitterte etwa der Vier-Sterne-General Martin Dempsey, einst Oberkommandierender der Streitkräfte. “Unsere Mitbürger sind nicht der Feind.”

Landesweit protestierten zehntausende Menschen gegen Rassismus, Diskriminierung und Polizeigewalt. In Los Angeles versammelten sie sich vor dem Polizeipräsidium in der Innenstadt, umarmten Polizisten und reichten sich die Hände als Zeichen des Friedens. In New York City hielten Aktivisten Schilder mit Aufschriften wie “Keine Gerechtigkeit, kein Frieden” in die Höhe. In Washington D.C. versammelten sich Menschen in der Nähe des Parks, aus dem Trump am Montag Demonstranten gewaltsam wegbringen ließ, damit er für ein umstrittenes Pressefoto vom Weißen Haus zu einer historischen Kirche gehen konnte.

In Portland setzte die Polizei am späten Abend Tränengas gegen Aktivisten ein und begründete dies mit einer “illegalen Versammlung”. In Los Angeles wurden einige Bürger wegen Verstoßes gegen die Ausgangssperre festgenommen. In New York City kam es vereinzelt zu Ausschreitungen und Plünderungen. In den vergangenen Nächten gab es teils schwerere Ausschreitungen.

In Floyds Heimatstadt Houston kamen Tausende zu einem von seinen Freunden und seiner Familie organisierten Marsch. Floyd verbrachte die meiste Zeit seines Lebens im texanischen Houston, bevor er nach Minneapolis zog. In der Großstadt in Minnesota war er am 25. Mai bei einem Polizeieinsatz von einem weißen Polizisten neun Minuten lang mit dem Knie auf dem Hals zu Boden gedrückt worden und gestorben. Auf einem Video ist zu hören, wie der 46-Jährige stöhnte, er könne nicht mehr atmen.

In Minneapolis forderte Roxie Washington, die Mutter von Floyds sechsjähriger Tochter Gianna, Gerechtigkeit. Floyd sei ein guter Vater und ein guter Mensch gewesen, der es nicht verdient habe, unter dem Gewicht von drei Polizisten mit dem Gesicht nach unten auf einem Bürgersteig zu sterben. “Am Ende des Tages können sie nach Hause gehen und bei ihren Familien sein”, sagte Washington. “Gianna hat keinen Vater mehr. Er wird sie nicht aufwachsen sehen, nicht bei ihrem Abschluss dabei sein. Er wird sie nie als Braut zum Altar führen können.”

In einer am Dienstag veröffentlichten Reuters/Ipsos-Umfrage erklärten 64 Prozent der Befragten, sie stünden den derzeitigen Demonstranten wohlwollend gegenüber. Rund 55 Prozent gaben an, sie missbilligten Trumps Umgang mit den Protesten, darunter 40 Prozent, die sein Vorgehen “stark” missbilligten. Ein Drittel der Befragten steht indes hinter dem Vorgehen des Präsidenten.

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