1. November 2017 / 06:13 / in 23 Tagen

Acht Tote bei Anschlag mit Kleinlaster in New York

New York (Reuters) - Bei einem mutmaßlichen Anschlag mit einem Kleintransporter sind in New York acht Menschen getötet und mindestens elf weitere verletzt worden.

Police investigate a pickup truck used in an attack on the West Side Highway in Manhattan, New York, U.S., November 1, 2017. REUTERS/Andrew Kelly - RC1BE64496C0

Der 29-jährige Fahrer habe am Dienstag mit dem gemieteten Fahrzeug im Stadtteil Manhattan auf einem Radweg zahlreiche Fußgänger und Radfahrer umgefahren und sei dann in einen Schulbus gerast, teilte die Polizei mit. Als er aus dem Wagen geflohen sei, habe die Polizei ihn niedergeschossen und festgenommen. Die Behörden gehen vom Attentat eines Einzeltäters aus. US-Präsident Donald Trump sprach auf Twitter von einem “Terroranschlag” und kündigte eine Verschärfung der Einreisekontrollen an. Die Ermittler fanden Medienberichten zufolge eine Nachricht, in der der Mann erklärt, die Tat im Namen der Islamisten-Miliz IS verübt zu haben.

Laut Medienberichten soll der mutmaßliche Täter “Allahu Akbar” (arabisch für “Gott ist groß”) gerufen haben. Ein Polizeisprecher sagte dazu lediglich, die Äußerungen des Mannes beim Verlassen des Fahrzeugs und die gesamten Umstände passten zu einem “Terror-Anschlag”. Die Identität des Mannes wollte die Polizei noch nicht bekanntgeben. Ermittlerkreisen zufolge soll er aus Usbekistan stammen. In Medienberichten hieß es, er lebe seit 2010 in den USA.

Der Mann habe wohl allein gehandelt, sagte der Gouverneur des Bundesstaates New York, Andrew Cuomo. Es gebe keine Hinweise darauf, dass es sich um eine breiter angelegte Tat handele. Sollte sich der Verdacht bestätigen, wäre es der schwerste islamistische Anschlag in New York seit dem Flugzeug-Attentat auf das World Trade Center, bei dem am 11. September 2001 mehr als 2600 Menschen getötet wurden.

Die Tat trägt die Handschrift ähnlicher Anschläge, die Islamisten in diesem und im vergangenen Jahr in Europa verübt hatten, etwa in Nizza, Berlin und Barcelona. Die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) hatte diese Taten für sich reklamiert.

TRUMP WILL EINREISEKONTROLLEN VERSCHÄRFEN

Der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio sprach von einem “feigen Akt des Terrors”. Trump erklärte über Twitter: “Wir dürfen es nicht zulassen, dass der IS zurückkehrt oder in unser Land gelangt, nachdem wir ihn im Nahen Osten und anderswo besiegt haben. Es reicht.” Er habe das Heimatschutzministerium angewiesen, die Sicherheitskontrollen bei der Einreise zu verschärfen. “Politisch korrekt zu sein, ist gut, aber nicht dafür”, twitterte er. Trump versucht seit Monaten unter Verweis auf Sicherheitsgründe ein umstrittenes Einreiseverbot für Menschen aus mehreren muslimischen Ländern durchzusetzen. In einer offiziellen Mitteilung sprach er später den Opfern und deren Angehörigen sein Mitgefühl aus und dankte den Sicherheits- und Rettungskräften. Unter den Toten waren auch fünf Mitglieder einer Reisegruppe aus Argentinien.

TOD AUF DEM RADWEG - PICKUP ÜBERFÄHRT PASSANTEN

Der Polizei zufolge hatte der Täter den Pickup bei einem Baumarkt gemietet. Er sei dann am Nachmittag mit hoher Geschwindigkeit etwa 20 Straßenblocks weit über einen Radweg gerast, der parallel zu einem Highway in der Nähe des Hudson River verläuft. Dabei habe der Wagen zahlreiche Passanten erfasst. TV-Bilder zeigten mehrere beschädigte und überfahrene Fahrräder. Das Fahrzeug stieß letztlich mit einem Schulbus zusammen. Dabei wurden zwei Kinder und zwei Erwachsene verletzt. Anschließend sei der Fahrer offenbar bewaffnet aus dem Wagen gestiegen, teilte die Polizei mit. Daraufhin sei auf ihn geschossen worden. Der Mann sei im Bauch getroffen worden. Er habe ein Luftgewehr und eine Paintball-Waffe getragen. Der Feuerwehr zufolge wurden elf Schwerverletzte in Krankenhäuser gebracht. Von ihnen sei aber niemand in Lebensgefahr.

Trotz des Anschlags wurde die New Yorker Halloween-Parade nicht abgesagt. Allerdings wurden die Sicherheitsvorkehrungen erhöht.

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