June 10, 2018 / 2:02 PM / 6 months ago

Trump und Kim zu historischem Gipfel in Singapur eingetroffen

- von Soyoung Kim und Jack Kim und Steve Holland

Police salute as the vehicle carrying North Korean leader Kim Jong Un leaves the Istana, after the North Korean leader's meeting with Singapore’s Prime Minister Lee Hsien Loong, in Singapore June 10, 2018. REUTERS/Athit Perawongmetha

Singapur (Reuters) - US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un sind zu ihrem geplanten historischen Treffen in Singapur angekommen.

Nach der Landung auf dem Luftwaffenstützpunkt Paya Lebar am Sonntag antwortete Trump auf die Frage, wie er den anstehenden Gipfel bewerte: “Sehr gut.” Er wurde von Singapurs Außenminister Vivian Balakrishnan empfangen. Zuvor war bereits Kim in Singapur eingetroffen. Beide Staatsmänner könnten bei ihrer für Dienstag geplanten Begegnung auf der Insel Sentosa einen Durchbruch im Streit über die Atomwaffen Nordkoreas erzielen. Trump hatte sogar eine Friedenserklärung ins Gespräch gebracht - 65 Jahre nach dem Ende der Kampfhandlungen im Korea-Krieg. “Singapurs Rolle wird in die Geschichte eingehen, wenn der Gipfel mit Trump ein Erfolg wird”, sagte Kim.

Kim landete auf dem Changi-Flughafen von Singapur, wo er ebenfalls von Außenminister Balakrishnan empfangen wurde. Ein Autokonvoi, zu dem ein überlanger Mercedes gehörte, fuhr unter enormen Sicherheitsvorkehrungen ins Zentrum von Singapur.

Das Treffen zwischen Kim und Trump soll am Dienstag um 09.00 Uhr (Ortszeit, 03.00 Uhr MESZ) beginnen. Kim wolle am selben Tag um 14.00 Uhr (Ortszeit, 08.00 Uhr MESZ) wieder abreisen, sagte ein Insider, der mit den Planungen vertraut ist. Die US-Delegation flog direkt vom G7-Gipfel in Kanada nach Singapur. Begleitet wird Trump unter anderem von US-Außenminister Mike Pompeo, dem Nationalen Sicherheitsberater John Bolton und dem Stabschef im Präsidialamt, John Kelly.

KIM UND TRUMP BERATEN GETRENNT MIT SINGAPURS REGIERUNGSCHEF

Kim traf sich bereits am Sonntag mit dem Ministerpräsidenten von Singapur, Lee Hsien Loong. Trump wollte sich am Montag mit Lee austauschen. Lee sagte, der Handel mit Nordkorea könne wachsen, wenn erst einmal die UN-Sanktionen gegen das Land aufgehoben seien. “Es gibt Potenzial, aber es wird einige Zeit dauern”, sagte Lee der “Straits Times”. Singapur, das einst der siebtwichtigste Handelspartner Nordkoreas war, setzte seine Handelsbeziehungen nach den nordkoreanischen Atom- und Raketentests im vergangenen Jahr aus.

Im Zuge der Spannungen hatten sich Trump und Kim nicht nur einen verbalen Schlagabtausch geliefert, sie drohten einander auch mit völliger Vernichtung. In seiner Neujahrsansprache erklärte Kim dann, die Entwicklung des Atomprogrammes sei abgeschlossen, Nordkorea konzentriere sich nun auf seine wirtschaftliche Entwicklung. Nach Kontakten zwischen beiden koreanischen Staaten schlug Kim Trump ein Treffen vor, und der US-Präsident sagte zu. Als Kim erbost auf Äußerungen eines Trump-Beraters reagierte, sagte Trump die Begegnung kurzerhand wieder ab, nur um wenig später doch wieder zuzusagen.

TRUMP SIEHT GUTE CHANCEN FÜR SEINE “FRIEDENSMISSION”

Nun zeigte sich Trump unmittelbar vor seiner Abreise nach Singapur zuversichtlich über die Einigungschancen. Am Rande des G7-Gipfels in Kanada sagte er, er sei davon überzeugt, dass Kim etwas Positives für sein Volk erreichen wolle. Die koreanische Halbinsel müsse von Atomwaffen befreit werden. Seine Reise nach Singapur sei eine Friedensmission. Zugleich machte er deutlich, dass er auch bereit sei, das Treffen wieder zu verlassen. Er werde “binnen einer Minute” wissen, ob Kim ernsthaft bereit sei, seine Waffen aufzugeben. Wenn er den Eindruck gewinne, dass Kim es nicht ernst meine, werde er die Gespräche nicht fortsetzen.

Doch selbst wenn auf der Insel Sentosa, wo Kim und Trump in einem Luxushotel beraten sollen, keine Einigung erzielt wird, schreiben die beiden Geschichte. Es ist das erste Treffen eines amtierenden US-Präsidenten mit einem nordkoreanischen Machthaber. Und zumindest der Ort der Begegnung ist ein gutes Omen für die Begegnung: Sentosa heißt Frieden.

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