February 27, 2019 / 11:53 AM / in 3 months

Trump beharrt auf Denuklearisierung Koreas - Kim hofft auf Erfolg

U.S. President Donald Trump gestures as he and North Korean leader Kim Jong Un sit down for a dinner during the second U.S.-North Korea summit at the Metropole Hotel in Hanoi, Vietnam February 27, 2019. REUTERS/Leah Millis

- von Soyoung Kim und Jeff Mason

Hanoi (Reuters) - US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un haben am Mittwoch ihr zweites Gipfeltreffen begonnen, von dem sich die USA Fortschritte für eine Denuklearisierung Koreas erwarten.

Er werde keine Abstriche bei diesem Thema machen, sagte Trump am Mittwoch bei der Begrüßung mit Kim. Er stellte wirtschaftliche Entwicklung für Nordkorea in Aussicht, wenn das Land auf seine Atomwaffen verzichte. “Vietnam wächst wie wenige andere Orte auf der Welt. In Nordkorea wäre es genauso, und sehr schnell, wenn es atomar abrüsten würde”, schrieb er kurz vor dem Treffen auf Twitter. “Meinem Freund Kim” biete sich eine historisch nahezu einmalige Gelegenheit. Auf die Frage, ob bei den Gesprächen in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi das Ende des Korea-Kriegs verkündet werde, sagte Trump: “Wir werden sehen.”

Auch Kim zeigte sich bei der Begrüßung zuversichtlich, dass beide Staatsmänner zu einem guten Ergebnis kommen könnten. “Ich werde mein Bestes dafür geben.” Beide Seiten hätten große Hürden überwunden, damit der Gipfel stattfinden könne. Trump und Kim kamen zunächst zu einem auf 20 Minuten angesetzten Gespräch unter vier Augen zusammen, anschließend war ein Abendessen in größeren Kreis mit Beratern und Ministern geplant. Am Donnerstag sind dann noch eine Reihe von Gesprächen geplant.

TRUMP SIGNALISIERT FLEXIBILITÄT

Im Vorfeld des Gipfels hatte sich Trump flexibel gezeigt und erklärt, beim Abbau der Atomwaffen bestehe keine Eile. Er wiederholte dies am Mittwoch und sagte, auch wenn einige sich schnellere Erfolge wünschten, sei er zufrieden. Zugleich hatte er eine Lockerung der Sanktionen in Aussicht gestellt, sollte Nordkorea etwas “Bedeutendes” tun. Einige Kritiker befürchten, er könnte Abstand von der Forderung nach einer vollständigen und unumkehrbaren Denuklearisierung nehmen. Auch könnte er Einflussmöglichkeiten auf Nordkorea verlieren, wenn er zu schnell nachgebe, heißt es.

Das erste Treffen der vormaligen Erzfeinde im Juni 2018 Singapur diente vor allem dem Kennenlernen. Zwar wurde dabei die Denuklearisierung Koreas als Ziel vereinbart. Konkrete Verabredungen zur Beendigung des nordkoreanischen Atom- und Raketenprogramms gibt es aber nicht. Die USA halten daher ihren Druck mittels Sanktionen aufrecht. Sie wollen einen Verzicht Nordkoreas auf Atomwaffen erreichen und fordern, dass ein Abkommen dazu konkrete und überprüfbare Maßnahmen beinhalten muss. US-Geheimdienst-Vertreter haben erklärt, es gebe aber keine Anzeichen dafür, dass Nordkorea sein Atomwaffenarsenal vollständig aufgeben wolle. Kim erwartet Zugeständnisse wie eine Aufhebung von Sanktionen und einen Friedensvertrag, der den Korea-Krieg von 1950 bis 1953 offiziell beenden würde. Bislang gibt es nur einen Waffenstillstand.

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