January 2, 2018 / 9:33 AM / a year ago

Pakistan bestellt US-Botschafter wegen Trumps Kritik ein

U.S. President Donald Trump, first lady Melania Trump and their son Barron board Air Force One to return to Washington at the conclusion on their holiday vacation, from Palm Beach International Airport in West Palm Beach, Florida, U.S. January 1, 2018. REUTERS/Jonathan Ernst

Islamabad (Reuters) - Die pakistanische Regierung hat nach harscher Kritik von US-Präsident Donald Trump an ihrem Beitrag im Kampf gegen den Terrorismus den Botschafter der USA einbestellt.

Die US-Botschaft bestätigte das Treffen im Außenministerium, das bereits am Montag stattfand. Außenminister Khawaja Asif wies Trumps Vorwürfe, Pakistan biete Terroristen Unterschlupf, am Dienstag öffentlich zurück. Der Präsident habe Pakistan im Visier, tatsächlich aber gehe es um Fehler der USA in Afghanistan, wo die Amerikaner sich in eine Sackgasse manövriert hätten, sagte Asif dem Sender Geo TV. Trump, der Pakistan mit einer Kürzung von Hilfszahlungen gedroht hat, ziele auf eine innenpolitische Wirkung ab. Das Verhältnis zwischen Pakistan und den USA ist seit längerem angespannt. Pakistans Erzrivale Indien erklärte, Trump habe die Sichtweise der indischen Führung bestätigt.

Trump hatte am Montag via Twitter erklärt, die USA hätten Pakistan in den vergangenen 15 Jahren dummerweise mit mehr als 33 Milliarden Dollar unterstützt. Aber Pakistan habe nichts als Lügen und Täuschungen geliefert und die US-Führung für dumm verkauft. “Sie bieten Terroristen Zuflucht, die wir in Afghanistan mit nur wenig Hilfe jagen. Damit ist Schluss!”

Ein Mitarbeiter des Nationalen US-Sicherheitsrates hatte am Montag gesagt, das Präsidialamt werde geplante Hilfen im Volumen von 255 Millionen Dollar zunächst nicht auszahlen. Die “New York Times” hatte am Freitag berichtet, Hintergrund sei offenbar, dass Pakistan den USA Zugang zu einem Inhaftierten mit Verbindungen zu den radikalislamischen Taliban verweigere, der eventuell Informationen über eine US-Geisel in der Region geben könnte. Die USA verdächtigen Pakistan, das militante islamistische Netzwerk Hakkani zu unterstützen, das mit den Taliban im Nachbarland Afghanistan verbündet ist. Die Taliban haben in Afghanistan im vergangenen Jahr weitere Gebiete unter ihre Kontrolle gebracht und mehrere schwere Anschläge verübt.

Ein Sprecher des afghanischen Verteidigungsministeriums sagte, Trump habe “die Wirklichkeit wiedergegeben”. Pakistan habe niemals geholfen, den Terrorismus zu bekämpfen. Ein Mitglied der indischen Regierung sagte, Trump bestätige Indiens Meinung über den Terrorismus und Pakistans Rolle in dessen Bekämpfung. Dagegen sprang China Pakistan bei. Das Außenministerium in Peking erklärte, Pakistan leiste einen wichtigen Beitrag im weltweiten Kampf gegen den Terrorimus und habe dabei bereits große Opfer gebracht.

In Pakistan beriet Ministerpräsident Shahid Khagan Abbasi mit seinem Sicherheitskabinett, dem auch Militärvertreter angehören, über die Lage. Außenminister Asif erklärte, Pakistan benötige die US-Hilfe nicht. Pakistan hat den Vorwurf mangelnder Unterstützung wiederholt zurückgewiesen und erklärt, es habe zahlreiche Militäroperationen gestartet, um militante Gruppen zu vertreiben. Dabei habe das Land mehr als die USA gelitten. Bei Anschlägen seien seit 2001 rund 17.000 Pakistaner getötet worden. Pakistan, das wie Indien über Atomwaffen verfügt, gilt als wichtiger US-Verbündeter im Kampf gegen islamistische Extremisten.

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