January 26, 2009 / 2:21 PM / 10 years ago

Viagra-Hersteller Pfizer übernimmt US-Rivalen Wyeth

New York (Reuters) - Der amerikanische Arzeimittelhersteller Pfizer will in einer der bislang größten Übernahmen der Pharmabranche den US-Rivalen Wyeth für rund 68 Milliarden Dollar schlucken.

“Der Zusammenschluss von Pfizer und Wyeth bietet eine kraftvolle Gelegenheit, unsere Industrie zu verändern”, sagte Pfizer-Chef Jeff Kindler am Montag. Der New Yorker Viagra-Hersteller konnte sich trotz der Finanzkrise von einem Bankenkonsortium einen Kreditrahmen von 22,5 Milliarden Dollar zur Finanzierung der Übernahme sichern.

Das fusionierte Unternehmen werde zu den Spitzenkonzernen in der Branche gehören, sagte Kindler. “Seine geografische Präsenz in den meisten entwickelten Ländern und in den meisten Schwellenländern wird unangefochten sein.” Die Übernahme dürfte Pfizer helfen, ein ab 2011 drohendes Umsatzloch in Milliardenhöhe zu stopfen. Denn dann könnte das Top-Medikament Lipitor, das allein ein Viertel zum Konzernumsatz von 48 Milliarden Dollar beisteuert, seinen Patentschutz verlieren. Zu den Topmedikamenten der in Madison im US-Bundesstaat New Jersey ansässigen Wyeth gehören der Impfstoff Prevnar gegen Infektionen bei Kindern sowie das Arthritis-Mittel Enbrel.

Den Zukauf will Pfizer bis Ende des dritten oder im Verlauf des vierten Quartals abschließen. Pfizer bietet den Wyeth-Aktionären insgesamt 50,19 Dollar je Aktie - davon je 33 Dollar in bar sowie 0,985 Pfizer-Aktien. Basierend auf dem Schlusskurs der Wyeth-Aktie vom Freitag von 43,74 Dollar zahlt Pfizer einen Aufschlag von 15 Prozent. Der Zukauf soll bereits ab dem zweiten Jahr nach Abschluss der Transaktion zum bereinigten Gewinn je Aktie beisteuern. Bis zum dritten Jahr nach Abschluss erwartet Pfizer insgesamt Einsparungen von vier Milliarden Dollar. Die Aktionäre müssen sich allerdings auch auf Einschnitte bei der Dividende einstellen.

Wyeth ist für Pfizer bereits die dritte Megaübernahme innerhalb von zehn Jahren. Seine gegenwärtige Führungsposition in der Branche verdankt Pfizer solchen Millliardenzukäufen. Dazu gehört vor allem die Akquisition des US-Rivalen Warner-Lambert im Jahr 2000 für rund 88 Milliarden Dollar - die bislang teuerste Übernahme in der Branche weltweit. Drei Jahre später war es der US-Konzern Pharmacia für etwa 60 Milliarden Dollar.

PFIZER MIT GEWINNRÜCKGANG IM VIERTEN QUARTAL

Pfizer und Wyeth legten angesichts der Bekanntgabe ihrer Pläne am Montag auch vorgezogene Quartalszahlen vor. Der Branchenprimus Pfizer musste im vierten Quartal einen drastischen Gewinnrückgang hinnehmen. Der Nettogewinn schrumpfte auf 266 Millionen Dollar, nachdem im Vorjahreszeitraum noch 2,72 Milliarden Dollar zu Buche standen.

Pfizer führte dies auf hohe Aufwendungen für die Beilegung gerichtlicher Auseinandersetzungen sowie eine höhere Steuerrate zurück. Zudem musste der Konzern für Sparprogramme tief in die Tasche greifen. Der Umsatz sank wegen des Patentverlusts einiger Medikamente um vier Prozent auf 12,3 Milliarden Dollar. Wyeth setzte im Schlussquartal mit 5,3 Milliarden Dollar sogar sieben Prozent weniger um als vor Jahresfrist. Ohne Wechselkurseffekte hätte das Minus jedoch nur bei einem Prozent gelegen.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below