December 20, 2018 / 10:27 AM / 5 months ago

Pharmakonzerne wollen US-Preise trotz Trump-Kritik anheben

FILE PHOTO: Bayer brand aspirin is seen on display at the Safeway store in Wheaton, Maryland, U.S., February 13, 2015. REUTERS/Gary Cameron/File Photo

New York/San Francisco (Reuters) - Der Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und großen Pharmakonzernen über die Preise für Medikamente dürfte sich Anfang 2019 wieder zuspitzen.

Fast 30 Arzneimittelhersteller haben angekündigt, im Januar ihre Preise in den USA anzuheben - darunter auch Bayer und die Schweizer Novartis. Dies geht aus Dokumenten hervor, die die Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte. Zuletzt hatten viele Pharmafirmen auf Druck der US-Regierung auf Preisanhebungen verzichtet. Trump hat die Branche wegen ihrer Preispolitik wiederholt angegriffen und erklärt, die Konzerne erwirtschafteten auf Kosten der US-Steuerzahler ein Vermögen.

Die USA sind der mit Abstand wichtigste Markt für die Pharmaindustrie - sie erzielt dort 40 Prozent ihrer Umsätze. Insgesamt 28 Firmen - neben Bayer und Novartis zum Beispiel auch GlaxoSmithKline, AstraZeneca, Allergan, Amgen oder Biogen - reichten Anfang November bei den Behörden in Kalifornien Pläne für Preiserhöhungen ein. Dazu sind sie durch ein neues Gesetz des US-Bundesstaates verpflichtet.

Bayer etwa will den Dokumenten zufolge im Januar die Preise für sechs Medikamente, vor allem Mittel zur Empfängnisverhütung, erhöhen, in den meisten Fällen um fünf Prozent. Diese Preissteigerungen würden aber kompensiert durch höhere Rabatte für Versicherer, erklärte der Leverkusener Konzern. Ähnlich argumentiert Novartis. Die Schweizer wollen im nächsten Jahr die Preise von 14 Prozent ihrer in den USA verkauften Medikamente anheben, im Durchschnitt um 4,7 Prozent, wie ein Sprecher sagte. “Aber unsere Rabatte steigen noch mehr.” Deshalb rechne Novartis damit, dass die Nettorpreise über das gesamte US-Portfolio um fast fünf Prozent sänken. Der US-Pharmakonzern Pfizer hatte bereits im November Preiserhöhungen für 41 Arzneien ab Januar angekündigt.

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