August 14, 2008 / 3:32 PM / 11 years ago

Inflation in USA so hoch wie seit 1991 nicht mehr

Washington (Reuters) - Angeheizt von der rasanten Teuerung bei Energie sind die Verbraucherpreise in den USA so stark gestiegen wie seit Januar 1991 nicht mehr.

Zudem fielen die Arbeitsmarktdaten schlechter aus als erwartet. Im Durchschnitt beantragten in den vergangenen vier Wochen 440.500 Menschen Arbeitslosenhilfe, das ist der höchste Stand seit mehr als sechs Jahren, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Nach Einschätzung von Analysten ist die Zahl damit auf einem Niveau, das eine Rezession andeutet. Experten sehen die US-Notenbank Fed damit in einer Zwickmühle und gehen vorerst nicht von einer Änderung bei den Zinsen aus.

Auf Jahressicht verteuerten sich die Lebenshaltungskosten nach Angaben des Arbeitsministeriums um 5,6 Prozent, zuletzt war diese Rate zu Beginn des Golfkrieges 1991 mit 5,7 Prozent höher. Von Reuters befragte Volkswirte hatten lediglich mit 5,1 Prozent gerechnet. Verglichen mit Juni stieg die Inflation um 0,8 Prozent und damit doppelt so stark wie erwartet. Größter Preistreiber war die Energie; sie verteuerte sich binnen Monatsfrist um 4,0 Prozent. Auch Lebensmittel wurden teurer, hier stiegen die Preise verglichen mit Juni um 0,9 Prozent. Doch auch die Kernrate ohne diese schwankungsanfälligen Komponenten fiel mit 0,3 Prozent auf Monatssicht und 2,5 Prozent verglichen mit dem Vorjahr höher aus als erwartet. Bei ihrer Geldpolitik achtet die US-Notenbank Fed besonders auf diese Rate.

Damit dürfte die Inflation jedoch ihren Gipfel erreicht haben, sagte Brian Mandt von der Postbank. Mit dem Rückgang des Ölpreises dürfte der Druck auf die Verbraucherpreise allmählich geringer werden. “Allerdings bestätigen die heutigen Daten auch, dass die Gefahren einer stärker steigenden Inflation noch nicht abgeklungen sind”, fügte er an. Inzwischen notiert der Ölpreis bei gut 115 Dollar je Barrel und damit gut 30 Dollar unter seinem Rekordhoch von Mitte Juli.

Die Inflation bleibe auf dem Radarschirm der Fed, sagte Dana Saporta von Dresdner Kleinwort Securities. Experten erwarten überwiegend einen unveränderten Leitzins, nachdem die US-Währungshüter den Zinssatz seit September in großen Schritten von 5,25 auf zwei Prozent heruntergeschraubt hatten. “Eine schlechte Konjunktur in Verbindung mit einer hohen Inflation macht die Lage für die Fed nicht einfacher”, sagte Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus.

An der Börse in Frankfurt wurden die Daten negativ aufgenommen. Der deutsche Leitindex Dax rutschte ins Minus, der Euro gab etwa einen halben Cent nach.

In Deutschland liegt die Inflation derzeit mit 3,3 Prozent auf dem höchsten Stand seit 15 Jahren, in der Euro-Zone hat sie einen Rekordstand von 4,0 Prozent erreicht. Entlastung ist hier nach Einschätzung von Beobachtern der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht in Sicht; sie erhöhten ihre Prognose für dieses und das kommende Jahr. Die EZB legt ihre neuen Prognosen im September vor.

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